12.06.2019 Verwaltung, Verbände, Organisationen

Bedarfsermittlungskonzept für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben unter der Lupe

Wie ein Rehabilitationsbedarf im Einzelfall ermittelt wird, konnten die Reha-Träger bisher weithin eigenständig entscheiden. Mit der Novellierung des SGB IX liegt für sie nun ein spezifischer gesetzlicher Handlungsrahmen zur Bedarfsermittlung vor. Ein Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Recht und Praxis der Rehabilitation“ (RP Reha 2/2019) stellt ausgewählte Inhalte des „Bedarfsermittlungskonzepts für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ vor und beleuchtet sie im Kontext der gültigen Vorschriften des SGB IX.

Der Artikel fokussiert die (inhaltliche) Bedarfsermittlung des zuständigen Reha-Trägers bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA). Das Basiskonzept für LTA dient als strukturierende Arbeitshilfe für die Reha-Fachkräfte bei ihrer Bedarfsermittlung. Zur Unterstützung der Anwendung des Basiskonzepts ist daneben eine Datenbank entwickelt worden, die übersichtliche Informationen zu den im Rahmen der Bedarfsermittlung eingesetzten Instrumenten zur Verfügung stellt. Über die Komponenten des bio-psycho-sozialen Modells der WHO sind das Basiskonzept sowie die Instrumentendatenbank eng miteinander verknüpft.

Mathias Sutorius und Sarah Viehmeier von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. gehen in ihrem Beitrag auf Hintergründe und Instrumente der Bedarfsermittlung ein und beschreiben das „b3-Projekt“, dessen Ziel es war, unter Nutzung des bio-psycho-sozialen Modells abgestimmte und übergreifende Grundlagen für die Bedarfsermittlung in der beruflichen Rehabilitation zu entwickeln. Das daraus entstandene Arbeitsmodell als Handlungsansatz für Reha-Fachkräfte gebe den Akteuren einen gemeinsamen und übergreifenden Bezugsrahmen, so die Autoren. Dies ermögliche in der Praxis eine zielgerichtete Auswahl aus der Vielzahl an Instrumenten. Gleichwohl seien die Ergebnisse für sich betrachtet keineswegs hinreichend für eine praxisbezogene Wirksamkeit.

Die RP Reha publiziert wissenschaftliche Beiträge zum Rehabilitationsrecht und zu dessen Gewährleistung in der Praxis sowie ergänzende praxisorientierte Beiträge aus der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation und den Sozialwissenschaften. Sie erscheint vier Mal jährlich mit Schwerpunktthemen aus allen Bereichen des Rehabilitations-, Teilhabe- und Schwerbehindertenrechts.

Weitere Informationen

Zur aktuellen Ausgabe (2/2019) mit dem Schwerpunkt „Gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben“

(Quelle: Recht und Praxis der Rehabilitation)


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