30.01.2020 Daten, Fakten, Statistiken

Bericht: Menschen mit geistiger Behinderung und sogenannten herausfordernden Verhaltensweisen in Einrichtungen

Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS Baden-Württemberg) hat in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen Gesamtbericht zu dem KVJS-Forschungsprojekt „Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und sogenannten herausfordernden Verhaltensweisen in Einrichtungen der Behindertenhilfe in Baden-Württemberg“ vorgelegt.

Über die Begleitung und Betreuung von Erwachsenen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und sogenannten herausfordernden Verhaltensweisen in Baden-Württemberg fehlten bislang wichtige Daten. Deshalb hat der KVJS ein Forschungsvorhaben initiiert und mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg umgesetzt.

Ziele waren,

  • eine empirische Datenbasis zur aktuellen Betreuungssituation zu erhalten,
  • Kriterien zur Entstehung und Anamnese von herausfordernden Verhaltensweisen zu formulieren,
  • einen Überblick über die Konzepte zu schaffen, nach denen Sondergruppen derzeit arbeiten, sowie
  • Hinweise zu fachlichen Standards in der Betreuung der Zielgruppe zu formulieren.

Die Ergebnisse der Forschung zwischen April 2016 und September 2018 bilden die Grundlage für die Entwicklung weiterer fachlicher Standards, um Teilhabechancen für Menschen mit geistiger Behinderung und sogenannten herausfordernden Verhaltensweisen im Sinne des Bundesteilhabegesetzes zu verbessern. „Der Leitgedanke, dass auch bei Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen zuerst das Regelsystem gefordert ist, konnte durch das Forschungsvorhaben empirisch bestätigt werden“, heißt es in dem Bericht einleitend. Voraussetzung für die Weiterentwicklung fachlicher Konzepte und konkreter Angebote sei eine flexible personenbezogene Leistungsgewährung.

Ein 10-Punkte-Programm soll als Empfehlung dienen und zugleich einen personenzentrierten Rahmen für eine Bewertung der aktuellen Wohn- und Versorgungssituation der betroffenen Personen und deren Familien bieten. Leistungsträger und Leistungserbringer seien gemeinsam gefordert, gesellschaftliche Teilhabe auch für Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen zu ermöglichen.

Weitere Informationen und der Ergebnisbericht zum Download auf der Webseite KVJS Baden-Württemberg

(Quelle: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg)

 


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