26.10.2021 Politik

BMAS-Studie: Die Vergütung WfbM-Beschäftigter auf dem Prüfstand

Eine wissenschaftliche Untersuchung soll mehr Klarheit in die Reformdiskussion um Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) bringen. Im Fokus stehen die Einkommenssituation der Beschäftigten und mögliche Alternativen zur Werkstatt. Ein erster Zwischenbericht stellt relevante Rechtsnormen und Literatur zum Thema sowie eine geplante Befragung von Werkstattbeschäftigten und -leitungen zur aktuellen Arbeits- und Entlohnungssituation vor.

In Deutschland arbeiten ungefähr 300.000 Menschen in WfbM. Deren Vergütung setzt sich aus drei Entgeltkomponenten zusammen, maximal 351 Euro monatlich. Die sozialpolitische Auseinandersetzung mit der „Entgeltproblematik“ reicht von einer Betrachtung der Werkstattbeschäftigung primär als Arbeitsleistung, die auch entsprechend zu vergüten ist, bis hin zu Werkstattbeschäftigung primär als Rehabilitationsmaßnahme, die zunächst etwas kostet.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im August 2020 die Arbeitsgemeinschaft des ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik und das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Kooperation mit Prof. Dr. Felix Welti und Prof. Dr. Arnold Pracht mit der Durchführung des Forschungsvorhabens „Studie zu einem transparenten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten für behinderte Menschen und deren Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“ beauftragt. Es wird untersucht, ob die Arbeit der Werkstattbeschäftigten angemessen vergütet wird, inwieweit es hier einen Änderungsbedarf gibt und wie ein verändertes und besser verständliches Entgeltsystem aussehen könnte.  

Der erste Zwischenbericht vom Oktober 2021 enthält eine Auswertung der rechtswissenschaftlichen und sozialpolitischen Diskussion im Kontext des rechtlichen Rahmens, der sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention und aus dem Europarecht ergibt. Weiterhin enthält er Berechnungen zur Einkommenssituation von Werkstattbeschäftigten unter Berücksichtigung möglicher Kombinationen mit Grundsicherung und Erwerbsminderungsrenten sowie Modellrechnungen zu einigen Alternativvorschlägen. Schließlich wird über den Stand der Vorbereitung der Befragungen von Werkstattleitungen und Werkstattbeschäftigten berichtet.

Den Zwischenbericht gibt es auch in Leichter Sprache.

Zur Studie zu einem transparenten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten für behinderte Menschen und deren Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf der Website des BMAS

(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)


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