08.05.2019 Verwaltung, Verbände, Organisationen

Frührente bei psychischer Krankheit vermeiden

Rehabilitation vor Rente soll auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen gelten – die Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation psychisch kranker Menschen (BAG RPK) nimmt in einem Positionspapier Problembereiche der beruflichen Phase einer Rehabilitation in den Fokus.

„Für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen gilt es, das bestehende rehabilitative System anzupassen, exkludierende Faktoren zu beseitigen und inklusive Modelle weiter zu entwickeln, um nachhaltige Teilhabe, insbesondere am Arbeitsleben, sicher zu stellen“, verdeutlicht das aktuelle Positionspapier der BAG RPK.

Das Papier geht vor allem auf drei Probleme ein:

  • Menschen mit psychischen Erkrankungen werden früh berentet, häufig ohne vorherige Rehabilitationsleistung,
  • bei einer festgestellten Teilleistungsfähigkeit sind Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) ausgeschlossen,
  • es fehlt eine bedarfsorientierte Nachsorge.

Mit 42 Prozent sei eine psychische Erkrankung die häufigste Ursache für eine Frühverrentung und die Frühverrentung beginne im Durchschnitt drei Jahre früher als aufgrund einer somatischen Erkrankung.

Voraussetzung für die Vermeidung früher Berentung sei ein niederschwelliger Zugang zu bedarfsorientierten Rehabilitationsangeboten.

Des weiteren unterstreicht die BAG, dass eine stabile Teilzeitbelastbarkeit ein gutes Rehabilitationsergebnis darstellen und durchaus gute Integrationschancen auf eine sozialversicherungspflichtige Teilzeittätigkeit bieten könne. Die bisher für LTA verlangte Prognose einer vollschichtigen Tätigkeit mit mehr als 6 Stunden täglich stehe im Widerspruch zu den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes, wo Teilzeitmodelle und flexible Arbeitszeitmodelle auf dem Vormarsch seien und durch entsprechende Gesetzgebung gezielt gefördert würden.

Hinsichtlich der Nachsorge weist das Papier darauf hin, dass die Übernahme in eine bezahlte Beschäftigung in fast allen Regionen die Rehabilitation beendet. Damit blieben die Rehabilitanden in einer entscheidenden Phase auf sich allein gestellt. Wünschenswert sei hier ein Modell, das Beziehungskontinuität herstelle und den am Rehaprozess beteiligten Fachkräften ermöglicht, auch über das Ende der Rehabilitationsmaßnahme hinaus unterstützend und ggf. moderierend tätig zu sein.

Zum Positionspapier:

Berentung vermeiden, Teilleistung würdigen, Nachsorge ermöglichen

(Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation psychisch kranker Menschen e. V.)


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