14.11.2019 Internationales

Gerechter Übergang zu einer klimaschützenden Wirtschaft

Wie können behinderte Menschen an dem Übergang zu einer Wirtschaft mit niedrigem CO2-Verbrauch partizipieren? Die Internationale Arbeitsorganisation ILO hat hierzu am 6. November 2019 ein Dossier („Policy Brief“) mit Empfehlungen u. a. für Regierungen, Arbeitgeber und Gewerkschaften verfasst.

Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UNO) ist die International Labour Organization (ILO) zuständig für die Formulierung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards. In ihrer Informationsschrift „Persons with disabilities in a just transition to a low-carbon economy” fasst sie die Herausforderungen zusammen, die der Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft mit sich bringt. Angesichts des Ziels, niemanden zurückzulassen, sei ein Mix aus rechtlichen Normen, Maßnahmen der sozialen Sicherung, Qualifizierung und veränderten Haltungen notwendig. Ein globaler Wandel zu einer emissionsarmen Wirtschaft könne sowohl positive als auch negative Einflüsse auf die Arbeitswelt haben. Die ILO erwartet jedoch, dass der Übergang zu einem Generator für Arbeitsplätze wird. Dabei könne ein günstiges Umfeld für „grüne Berufe“ geschaffen werden, um Beschäftigungen für Menschen mit Behinderungen zu erhalten und zu verbessern. Ein gerechter Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Volkswirtschaft und Gesellschaft für alle könne, wenn er richtig durchgeführt wird, zu den Zielen der sozialen Gerechtigkeit, menschenwürdiger Arbeit, sozialer Integration und zur Beseitigung der Armut beitragen.

Das Papier geht u. a. auf die Zukunft der Arbeitswelt sowie auf Rahmenbedingungen wie die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK), die Ziele der UN für nachhaltige Entwicklung, das Pariser Klima-Abkommen und das Sendai-Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge ein. Als Praxisbeispiele dienen einerseits die Électricité de France sowie Siemens Gamesa Renewable als Akteure im Bereich erneuerbare Energien und Inklusion von behinderten Menschen, andererseits das Gaibandha-Modell für die inklusive bzw. behindertengerechte Katastrophenvorsorge. Eine Reihe von Schlüsselempfehlungen richten sich an Regierungen, Unternehmen und Gewerkschaften, an UN-Organisationen bzw. internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen sowie Entwicklungspartner.

Weitere Informationen

Die ILO stellt das Dossier in verschiedenen Formaten unter folgendem Link zum Download zur Verfügung:

Policy Brief „Persons with disabilities in a just transition to a low-carbon economy”

ILO Themenportale:

ILO topical portal on „Disability and Work”

ILO topical portal on „Green Jobs”

(Quelle: International Labour Organization)


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