24.10.2019 Sonstige Veröffentlichungen

Migration und Behinderung als Forschungsgegenstand in Hessen

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und die Universität Kassel haben einen Zwischenbericht zu dem Projekt „Migration und Behinderung in Hessen“ vorgelegt. 

In der Fachwelt bestehe Konsens, so die begleitende Pressemitteilung der Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, Maren Müller-Erichsen, dass über das Zusammenspiel von Behinderung und Migration wenig bekannt sei. Die Datenlage sei unbefriedigend, es werde eine hohe Dunkelziffer von Personen vermutet, die zwar eine Behinderung haben, aber über Behandlungs- und Unterstützungsleistungen nicht informiert sind. Viele Einrichtungen der Behindertenhilfe verzeichneten eine geringe Inanspruchnahme ihrer Leistungen und Angebote durch Menschen mit Migrationshintergrund. Generell sei davon auszugehen, dass der Anteil der Menschen mit Behinderung an der Bevölkerung – auch derer mit Migrationshintergrund – in den nächsten Jahren zunehmen werde.

Vor diesem Hintergrund wurde das Forschungsprojekt „Migration und Behinderung in Hessen“ in Kooperation zwischen der Beauftragten, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und der Universität Kassel ins Leben gerufen. U. a. in mehreren Workshops zwischen Juni 2017 und April 2019 wurde erörtert, wie behinderten Menschen mit Migrationshintergrund verbesserte Teilhabechancen ermöglicht werden können. Durch kultursensible Beratung und Angebote soll ihnen die berufliche und soziale Teilhabe erleichtert werden.

„Das Projekt stellt sowohl national als auch international die erste umfängliche Studie dieser Art her und betritt in vielen Bereichen inhaltliches und methodisches Neuland“, erklärt Prof. Dr. Manuela Westphal, Professorin für Sozialisation mit dem Schwerpunkt Migration und interkulturelle Bildung an der Universität Kassel. „Gemäß der Forschungsziele verfolgt das Projekt einen partizipativen, teilhabeorientierten Ansatz. Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderungen, ihre Vertretungsorganisationen, Unterstützernetzwerke, Selbstorganisationen und Schlüsselpersonen aus den Hilfesystemen werden in den gesamten Forschungsprozess eingebunden.“

Der Zwischenbericht „Verbesserung der Teilhabe von Menschen an der Schnittstelle von Migration und Behinderung in Hessen (MiBeH)“ informiert über interessante und teilweise unerwartete erste Ergebnisse der Forschungsarbeit.

Weitere Informationen

Zur Projektseite des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport

(Quelle: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport)


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