11.09.2018 Betriebe und Interessenvertretungen

Online-Befragung: Schwerbehindertenvertretungen bewerten ihre Arbeit überwiegend positiv

Der überwiegende Teil der Schwerbehindertenvertretungen (SBVen) geht davon aus, dass seine Arbeit als erfolgreich angesehen wird. Das hat die Auswertung von 1552 Antworten im Rahmen einer Online-Befragung der Universität zu Köln unter SBVen in deutschen Betrieben ergeben.

Ende 2017 hatte der Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln (Prof. Dr. Mathilde Niehaus) die Studie in Zusammenarbeit mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS), durchgeführt.

Die Auswertung der Befragung ermöglicht u. a. Einblicke in die Struktur der beteiligten SBVen:

  • Rund 60 % der Vertrauenspersonen sind männlich und etwa 40 % sind weiblich.
  • Rund 55 % sind zwischen 51 und 60 Jahre alt, über 20 % zwischen 41 und 50.
  • Rund 73 % der Vertrauenspersonen sind selbst schwerbehindert oder gleichgestellt.
  • Rund 47 % der Vertrauenspersonen sind Mitglied einer Gewerkschaft.
  • Rund 44 % der Befragten arbeiten sowohl als SBV als auch als Betriebs-/Personalrat.

Aufgabenverteilung

  • Etwa 43 % ihrer Zeit verwendet die Vertrauensperson direkt auf ihre Zielgruppe, also auf behinderte Menschen, Gleichgestellte und solche, die im Antragsprozess sind.
  • Rund 22 % der verfügbaren Zeit verwendet die SBV auf den Arbeitgeber, etwa auf die Überwachung der Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen.
  • Ebenfalls rund 22 % entfallen auf sonstige Akteure und Tätigkeiten, zum Beispiel Mitwirkungen an Sitzungen und Ausschüssen.
  • Etwa 12 % der Arbeitszeit verwenden Vertrauenspersonen, um sich bei den Beschäftigten bekannt zu machen, sich Wissen anzueignen oder Arbeitsmittel zu organisieren.

Eine Vertrauensperson verbringt durchschnittlich die meiste Zeit mit dem „Betriebs-/Personalrat“, an zweiter Stelle kommen „Vorgesetzter“, „Beauftragter des Arbeitgebers“ (seit 2016 „Inklusionsbeauftragter“) und „Arbeitgeber“, an dritter Stelle „Betriebsarzt“ und „Betriebliches Integrationsteam“. Unter den externen Beteiligten verbringt sie die meiste Zeit mit der „Versorgungsverwaltung“, dem „Integrationsamt inkl. technischem Beratungsdienst“ und dem „Integrationsfachdienst“.

Budget

Etwa 16 % der SBVen gaben an, dass sie für die Arbeit als Vertrauensperson ein eigenes Budget haben, 84 % dass sie dafür keines haben.

Arbeitsergebnisse

Der überwiegende Teil der SBVen geht davon aus, dass ihre Arbeit von Mitarbeiterschaft und Betriebs-/Personalrat als erfolgreich angesehen wird und bewertet die Ergebnisse auch selbst als sehr zufriedenstellend. 53 % gaben an, dass sie denken, auch der/die Arbeitgeber/in sei mit dem Ergebnis ihrer Arbeit als Vertrauensperson sehr zufrieden.

Herausforderungen

Die Vertrauenspersonen wurden gebeten, aus einer Liste von möglichen Verbesserungen ihrer Situation als SBV jene auszuwählen, die sie für am wichtigsten halten:

1. „mehr Zeit für meine Arbeit als Vertrauensperson“

2. „mehr Akzeptanz durch den Arbeitgeber“

Weitere Informationen

Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln (Prof. Dr. Mathilde Niehaus):

Schwerbehindertenvertretungen: Allianzpartner in Netzwerken. Faktoren für gelingende Kooperationen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit

BIH-Forum:

Studie zur Schwerbehindertenvertretung

(Quelle: Universität zu Köln, Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen BIH)


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