Zurück in den Job, aber nachhaltig! – Teilhabekonzepte nach schweren Erkrankungen

Viele Menschen, die nach einer längeren krankheitsbedingten Unterbrechung wieder arbeiten möchten, stehen vor besonderen, systembedingten Herausforderungen. Wie eine nachhaltige Rückkehr ins Arbeitsleben mit Blick auf die spezifischen Bedarfslagen im Spannungsfeld sozialrechtlicher, arbeitsrechtlicher, medizinischer und lebensweltlicher Fragen gestaltet werden kann, war Thema einer interdisziplinären Online-Fachtagung. Veranstalter waren die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und mit ihr kooperierende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021“.

Mit der geplanten Veranstaltung wurde die für Mai 2020 vorgesehene coronabedingt abgesagte Fachtagung leicht modifiziert als digitales Format umgesetzt. Die Fachtagung richtete sich an Aktive in Wissenschaft und Praxis, die an Wiedereingliederungsprozessen von schwer erkrankten Menschen beteiligt sind, an die damit befassten Wissenschaften sowie an die betroffenen Menschen und ihre Organisationen selbst. Ihnen bot sich am 26. und 27. April 2021 die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch und zur Vernetzung. Einleitende Vorträge beleuchteten insbesondere die empirische Erforschung des Eingliederungsmanagements bei langfristigen Erkrankungen, wie Krebserkrankungen, psychischen Beeinträchtigungen oder nach einem Schlaganfall, sowie relevante Leistungen zur Teilhabe und deren Koordination durch die beteiligten Akteurinnen und Akteure. „Basis einer nachhaltigen Wiedereingliederung nach langer Arbeitsunfähigkeit sind Maßnahmen, die sehr genau auf die persönlichen Ressourcen und Grenzen abgestimmt sind und eine individuelle Gestaltung des Arbeitskontextes ermöglichen“, erklärte Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR.

Tagungsdokumentation: Die Präsentationen aus der Fachtagung finden Sie als barrierefreie PDFs zum Download im unten stehenden Programm.


 

Programm am 26. April 2021

I. Return to work – Einführungsvorträge und Diskussionen
(10.00 - 11.15 Uhr)

Moderation: Prof. Dr. iur. Felix Welti (Universität Kassel)

Begrüßung und Einführung

Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann (Facharzt für Orthopädie, Rheumatologie; Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin, Bad Kreuznach, Vorsitzender der DVfR)

Prof. Dr. iur. Katja Nebe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Return to Work und Betriebliches Eingliederungsmanagement bei längerfristigen Erkrankungen – Ergebnisse der empirischen Forschung Alexandra Sikora (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

Kommentar aus der Praxis

Joachim Böckmann (Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Ammerland e. V., Bad Zwischenahn)

II. Vertiefung verschiedener Aspekte in Workshops
(11.30 - 12.30 Uhr)

WS 1: Grad der Behinderung, Heilungsbewährung und Schwerbehindertenschutz

Leitung / Moderation: Prof. Dr. iur. Wolfhard Kohte (Zentrum für Sozialforschung Halle e. V. (ZSH), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Impulsvortrag Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann (Facharzt für Orthopädie, Rheumatologie; Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin, Bad Kreuznach, Vorsitzender der DVfR)

WS 2: Teilhabe am Arbeitsleben – Verbleib, Rückkehr und Übergänge von Menschen mit psychischen Erkrankungen

Leitung / Moderation: Prof. Dr. Gudrun Wansing (Humboldt-Universität zu Berlin)

Impulsvorträge:

Barrierefreie Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen – Vorstellung und Diskussion der qualitativen Studie mit partizipativen und kollaborativen Anteilen Thomas Künneke und Azize Kasberg (Kellerkinder e. V., Berlin)

Erste Ergebnisse einer regionalen Studie in Berlin zur Umsetzung des Budgets für Arbeit Dr. Tonia Rambausek-Haß, Lea Mattern (beide Humboldt-Universität zu Berlin)

III. Ergebnisse der Workshops
(12.40 - 13.00 Uhr)

Moderation: Prof. Dr. iur. Felix Welti (Universität Kassel)

Diskussion mit den Moderatorinnen und Moderatoren


Programm am 27. April 2021

I. Return to work – Einführungsvorträge und Diskussionen
(10.00 - 11.00 Uhr)

Moderation: Prof. Dr. iur. Katja Nebe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Return to work – Leistungen und Organisation durch koordinierende Verfahren Prof. Dr. iur. Wolfhard Kohte (Zentrum für Sozialforschung Halle e. V. (ZSH); Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Kommentar aus der Praxis Marina Brunnert (Integrationsfachdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Regionalverband Potsdam-Mittelmark-Fläming)

II. Vertiefung verschiedener Aspekte in Workshops
(11.15 - 12.15 Uhr)

WS 1: Soziale Absicherung bei langfristiger Arbeitsunfähigkeit

Leitung / Moderation: Prof. Dr. iur. Felix Welti (Universität Kassel)

Impuls bzw. Kommentar Dr. Hans-Joachim Sellnick (Sozialgericht Nordhausen)

WS 2: Betriebliches Eingliederungsmanagement und Stufenweise Wiedereingliederung

Leitung / Moderation: Prof. Dr. iur. Katja Nebe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Einführungsvortrag Prof. Dr. iur. Katja Nebe, Dr. Martin Theben (Rechtsanwalt, Berlin)

Kommentar Marina Brunnert (Integrationsfachdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Regionalverband Potsdam-Mittelmark-Fläming)

III. Ergebnisse der Workshops
(12.25 - 13 Uhr)

Moderation: Prof. Dr. iur. Felix Welti (Universität Kassel)

Diskussion mit den Moderatorinnen und Moderatoren

Das Programm als PDF zum Download


 

Online-Diskussion

Parallel zur Fachtagung wurde vom 14. April bis 4. Mai 2021 die interaktive öffentliche Online-Diskussion "Zurück in den Job nach schwerer Erkrankung" im Forum "Fragen - Meinungen - Antworten zum Rehabilitations- und Teilhaberecht" durchgeführt. Alle Teilnehmenden der Fachtagung und Interessierte konnten sich mit eigenen Fragen in den Austausch mit den Expertinnen und Experten einbringen.

Die Diskussion ist inzwischen beendet und wird nun als Fachbeitrag zusammengefasst, sie ist weiterhin nachzulesen unter folgendem Link:Zur Online-Diskussion

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