29.02.2024 Verwaltung, Verbände, Organisationen

Zugang zum Recht für Frauen und Mädchen mit Behinderung

Das Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS) und das NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung/ chronischer Erkrankung NRW haben die Dokumentation für den Fachtag „Zugang zum Recht für behinderte Frauen und Mädchen“ veröffentlicht, der am 23. November 2023 an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe stattfand. Den Bericht gibt es auch in Leichter Sprache.

Die Veranstalter wollten gemeinsam auf den erschwerten Zugang zum Recht für Frauen mit Behinderung aufmerksam machen:

„Behinderte Frauen und Mädchen erfahren nicht nur viel öfter (sexualisierte) Gewalt als andere Menschen. Sie finden auch weniger Beratungs- und Hilfeangebote und stoßen im (Straf)Rechtssystem auf große Barrieren.“

An dem Fachtag nahmen fast 100 Personen aus vielen verschiedenen Bereichen teil: Frauenbeauftragte aus Werkstätten für behinderte Menschen, aus Politik und Verwaltung, der Polizei, der Wissenschaft und der Selbstvertretung.

Das Programm beinhaltete Vorträge, eine Podiumsdiskussion und den Austausch mit dem Publikum. Prof. Dr. Theresia Degener beleuchtete die Auswirkungen struktureller Diskriminierung von behinderten Frauen anhand eines konkreten Falls aus einer Werkstatt für behinderte Menschen, der vor Gericht ging. Dr. Monika Rosenbaum vom NetzwerkBüro forderte den Abbau von Barrieren und bezeichnete guten Gewaltschutz als „ein gutes T-Shirt“ – es müsse für jeden Menschen passen. Daher würden vielfältige, individuelle Beratungs- und Hilfeangebote benötigt. Tanja Gudd, Frauenbeauftragte in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, ging auf die Verweigerung von Selbstbestimmung als einer Form von Gewalt ein. Jenni Stille von der Beratungsstelle Mädchenhaus Bielefeld e.V. stellte das Angebot der psychosozialen Prozessbegleitung in Strafverfahren bei sexualisierter Gewalt vor. Nicht nur im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde geäußert, dass Eltern die rechtlichen Belange ihrer Kinder in deren Interesse zu vertreten und nicht ihre Selbstbestimmung zu beschränken haben. Auch das Publikum wies auf dringende Veränderungsbedarfe hin und kritisierte z. B., dass Eltern automatisch die rechtliche Betreuung ihrer erwachsenen behinderten Kinder übertragen wird. Gefordert wurde u. a. auch die Nutzung von Leichter Sprache überall und für alle. So einige der Forderungen aus dem Bericht zum Fachtag.

Weitere Aussagen können auf der Website von BODYS nachgelesen werden:

„Guter Gewaltschutz ist wie ein gutes T-Shirt“.

Zusätzlich kann unter dem o. g. Link der Bericht in Leichter Sprache heruntergeladen werden.

(Quelle: Bochumer Zentrum für Disability Studies)


Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.