15.07.2026 D: Konzepte und Politik Bühne, Banaschak, Bethge: Beitrag D6-2026

Förderliche Faktoren und Barrieren für Eltern mit Migrationsbiografie bei der Beantragung einer medizinischen Rehabilitation für Kinder und Jugendliche

Anna-Lena Bühne (geb. Baasner), Hannes Banaschak und Prof. Dr. Matthias Bethge (Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Universität zu Lübeck) stellen die Forschungsergebnisse einer von 2019–2021 qualitativ durchgeführten Studie vor. Ziel der Studie war es, förderliche Faktoren, aber auch Barrieren zu identifizieren, die bei der Beantragung einer (medizinischen) Rehabilitation für Kinder und Jugendliche von Eltern mit Migrationshintergrund wahrgenommen werden. Dazu wurden vier leitfadengestützte Interviews qualitativ ausgewertet. Insbesondere sprachliche Barrieren, aber auch mangelnde Kenntnis über die Möglichkeit zur Kinder- und Jugendrehabilitation stellten die größten Hürden dar. Eine aktive Unterstützung durch die beteiligten Akteurinnen und Akteure (insb. Ärztinnen und Ärzte und Leistungsträger) erwies sich dagegen als positiver Faktor. 

Der vorliegende Beitrag wurde bereits unter dem gleichen Titel in der Zeitschrift RP Reha 2/2022 erstveröffentlicht. Wir danken dem Universitätsverlag Halle-Wittenberg für die Erlaubnis zur Zweitveröffentlichung.

(Zitiervorschlag: Bühne, Banaschak, Bethge: Förderliche Faktoren und Barrieren für Eltern mit Migrationsbiografie bei der Beantragung einer medizinischen Rehabilitation für Kinder und Jugendliche; Beitrag D6-2026 unter www.reha-recht.de; 15.07.2026)

I. Einleitung

In den letzten Jahren ist die Anzahl chronisch kranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland gestiegen. Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS-Studie) sind 16,2 Prozent aller Kinder und Jugendlichen chronisch krank [1].

Bei der Behandlung vieler chronischer Erkrankungen stellt die Kinder- und Jugendrehabilitation (KJR) ein wichtiges Instrument dar. Die gesetzliche Grundlage bildet § 15a SGB VI. Die KJR soll den Folgen einer chronischen Erkrankung entgegenwirken, eine Schul- und Berufsausbildung ohne Einschränkungen ermöglichen und langfristig eine Gefährdung oder Einschränkung der Erwerbstätigkeit verhindern. Vorrangige Kostenträger bei medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen von Kindern und Jugendlichen sind die Rentenversicherung, die Krankenkassen und die Unfallversicherung. Die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung sind gleichrangig zuständig, sodass die Leistung von dem Kostenträger bezahlt wird, an den sich der versicherte Elternteil zuerst wendet. Die Eingliederungshilfe oder die Jugendhilfe können ebenfalls Kostenträger sein, wenn kein Anspruch aus der Sozialversicherung besteht [2].[1]  Der Großteil der KJR wird von der gesetzlichen Rentenversicherung finanziert. Im Jahr 2019 waren dies 33.421 Leistungen. Im Folgejahr kam es aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie zu einem Rückgang der Anträge und es wurden 23.876 Maßnahmen durchgeführt [3]. Laut dem Mikrozensus 2020 haben rund 22 Millionen Personen in Deutschland eine Migrationsbiografie. Davon sind 37,2 Prozent minderjährig. Eine Person hat eine Migrationsbiografie, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht von Geburt an die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt [4].

Die Inanspruchnahme rehabilitativer Leistungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) von Kindern und Jugendlichen mit ausländischer Staatsbürgerschaft ist mit 0,1 Prozent im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich unterrepräsentiert [5]. Wie hoch der Anteil von minderjährigen Rehabilitandinnen und Rehabilitanden ist, die, anders als ihre Eltern, selbst die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, ist unbekannt. In einer anonymen Online-Umfrage gaben 73 Prozent der Chefärztinnen und Chefärzte und Verwaltungsleitende (n=56) an, dass sie den Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationsbiografie in der eigenen Rehabilitationseinrichtung als „niedriger“ oder „wesentlich niedriger“ im Vergleich zur Gesamtbevölkerung einschätzen [6]. Die Inanspruchnahme von Erwachsenen mit Migrationsbiografie stützt diese Annahme [7, 8].

Bezogen auf den allgemeinen Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationsbiografie zeigen sich keine signifikanten Unterschiede [9]. Dies weist auf Zugangsbarrieren bei der Beantragung einer KJR hin. Um einen gleichberechtigten Zugang und eine bedarfsgerechte Versorgung für Migrantinnen und Migranten zu ermöglichen, ist die Kenntnis potenzieller Barrieren der Antragstellung unerlässlich [10].

Aksakal et al. [11] konnten bei Erwachsenenrehabilitationen zeigen, dass vor allem Personen mit geringen Deutschkenntnissen auf Unterstützung bei der Antragstellung angewiesen sind, da die Fragen im Rehabilitationsantrag als schwer verständlich empfunden werden. Auch das Schamgefühl, beispielsweise bei der körperlichen Untersuchung oder beim krankheitsbezogenen Informationsaustausch, kann eine Zugangsbarriere sein. Als migrationsunabhängige Barriere identifizierten die Autorin und Autoren u. a. die schlechte Erreichbarkeit der Servicestellen der DRV [11]. Schwarz et al. [10] weisen zudem darauf hin, dass für die Beantragung einer Rehabilitationsmaßnahme ein spezieller Wortschatz aus dem Gesundheits- und Rehabilitationskontext notwendig ist. Darüber hinaus fehle es an kultursensiblen und mehrsprachigen Informationsmaterialien, mehrsprachigen Antragsformularen und Übersetzungshilfen. Vor allem Migrantinnen und Migranten der ersten Generation fehle Wissen über das Rehabilitationssystem in Deutschland. So bestünden häufig Unklarheiten über die Zuständigkeit der Leistungsträger oder über Unterschiede zwischen Rehabilitations- und Kurmaßnahmen. Eine zusätzliche Herausforderung stellten Personen mit Analphabetismus dar, für die der Wissenserwerb und die Antragstellung zusätzlich erschwert sind [10].

Bisherige Studien betrachten Barrieren der medizinischen Rehabilitation bei Erwachsenen. Arbeiten zu Inanspruchnahmebarrieren für Migrantinnen und Migranten im Bereich der KJR liegen bisher nicht vor. Zwar ist davon auszugehen, dass sich die genannten Barrieren auch auf die KJR übertragen lassen, gleichzeitig kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass weitere spezifische Barrieren wie beispielsweise die elterliche Sorge vor Schulversäumnis, die Beantragung einer KJR beeinflussen. Ziel der Studie war daher die Identifikation von förderlichen Faktoren und Barrieren bei der Antragstellung einer KJR durch Eltern mit Migrationshintergrund.

II. Material und Methoden

1. Studiendesign

Die Studie wurde als studentische Projektarbeit im Rahmen des Forschungsprojekts „MiMi-Reha-Kids – Implementierung und Evaluation eines mehrsprachigen Informationsangebotes zur Rehabilitation für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ durchgeführt. Aufgrund des explorativen Ansatzes wurde ein qualitatives Studiendesign mit leitfadengestützten Experteninterviews gewählt [12].

2. Studienteilnehmende

Eingeschlossen wurden Eltern mit Migrationsbiografie, die für ihr Kind im Zeitraum 2019 bis 2021 eine Rehabilitationsmaßnahme bei der Deutschen Rentenversicherung oder der gesetzlichen Krankenversicherung beantragt hatten. Ein Ausschlussgrund lag vor, wenn aufgrund der sprachlichen Barriere das Interview nicht in deutscher oder englischer Sprache durchgeführt werden konnte. Die Interviewteilnahme wurde mit Flyern, Postern, Online-Aufrufen und persönlichen Ansprachen in zwei Rehabilitationskliniken und verschiedenen Facebookgruppen mit Rehabilitationsbezug beworben. Die Teilnahme erfolgte nach informierter Einwilligung als Telefon- oder Face-to-Face-Interview unter Einhaltung der geltenden Hygienevorgaben. Teilnehmende erhielten eine Aufwandsentschädigung i. H. v. 30 Euro. In der Zeit vom 11. August bis 30. September 2021 wurden vier Interviews durchgeführt. Es bestand zu keinem der Interviewpartnerinnen und -partner eine persönliche Beziehung. Alle Personen, die sich auf den Aufruf meldeten, erfüllten die Einschlusskriterien und wurden interviewt.

3. Datenerhebung

Mithilfe der Sammeln-Prüfen-Sortieren-Subsumieren-Methode nach Helfferich wurde ein Interviewleitfaden erstellt [13]. Zu Beginn des Interviews wurde auf den Datenschutz, die Pseudonymisierung der Daten und die Freiwilligkeit der Teilnahme hingewiesen sowie demografische Daten wie Geburtsländer beider Elternteile, Alter der zu rehabilitierenden Kinder etc. abgefragt.

Der Leitfaden beinhaltete vier Themenbereiche. Der erste Teil umfasste eine Erzählung über den Ablauf der Antragstellung. Anschließend folgten Fragen zu den persönlichen Erfahrungen mit dem Ausfüllen des Antrags. Der dritte Themenbereich befasste sich mit dem Ablauf nach der Antragstellung. Hier wurden z. B. Fragen über die Kontaktaufnahme und die weitere Kommunikation gestellt. Abschließend wurden die Teilnehmenden zu möglichen Veränderungen bzw. Verbesserungen im Antragsprozess befragt. Der Leitfaden wurde den Interviewpartnerinnen und -partnern vor dem Interview nicht zur Verfügung gestellt. Es wurden jedoch Beispiele für mögliche Fragen genannt, damit potenzielle Interviewpartnerinnen und -partner einen Eindruck über die zu erwartenden Fragen hatten. Vor der Durchführung der Interviews wurde ein Pre-Test mit einer Antragstellerin durchgeführt. Eine Veränderung des Leitfadens fand im Verlauf der Interviews nicht statt.

Während der Interviews befanden sich die Teilnehmenden in häuslicher Umgebung oder im eigenen Patientenzimmer der Rehabilitationseinrichtung. Die Interviews wurden in deutscher Sprache geführt und mittels Audio-Aufnahmegerät aufgezeichnet.

Die Transkription erfolgte wörtlich mithilfe des Transkriptionssystems nach Dresing und Pehl [14]. Es wurde das Programm f4 verwendet [14]. Die Daten der Teilnehmenden wurden während der Transkription pseudonymisiert. Eine Rückgabe der Interviewtranskripte an die Interviewpartnerinnen und -partner zur Korrektur und Kommentierung erfolgte nicht.

4. Datenauswertung

Die Auswertung der Transkripte folgte methodisch der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring mit induktiver Kategorienbildung [15] und wurde in der Webanwendung QCAmap durchgeführt [16]. Wir entschieden uns für eine induktive Kategorienbildung, da diese eine neutralistische, gegenstandsnahe Abbildung ohne Verzerrung durch Vorannahmen der Forschenden anstrebt [15]. Die Analyse wurde durch drei Forschungsfragen angeleitet:

  1. Welche förderlichen Faktoren wurden bei der Beantragung einer Rehabilitation von den Interviewpartnerinnen und -partnern genannt?
  2. Welche Barrieren traten während der Beantragung der Rehabilitation auf?
  3. Was sollte im Antragsprozess verändert oder verbessert werden bzw. was hätten Sie sich noch gewünscht?

Als Selektionskriterium wurden jeweils alle von den Interviewpartnerinnen und -partnern genannten, relevanten Aspekte in den oben beschriebenen Bereichen definiert. Das Abstraktionslevel beschreibt, dass die Faktoren möglichst genau dargestellt werden sollten, zugleich aber auch die Übertragbarkeit auf andere Eltern mit Migrationshintergrund gegeben sein sollte. Als Codiereinheit wurden bedeutungstragende Textelemente, als Kontexteinheit mehrere Sätze und als Analyseeinheit das gesamte Dokument definiert. Ein Kategoriensystem wurde entwickelt. Die gebildeten Kategorien wurden Meta-, Haupt- und Subkategorien zugeordnet.

Die Datenerhebung und Datenauswertung wurde von der Erstautorin durchgeführt. Es gab keine Anhaltspunkte für eine Beeinflussung der Forschung seitens der Autorin und Autoren. Eine Datensättigung konnte aufgrund des kleinen Samples nicht erreicht werden. Die Auswertung und das Kategoriensystem wurden im Rahmen eines Coder-Agreements mit einem weiteren Forschenden besprochen und diskutiert. Die Interviewpartnerinnen und -partner wurden in diesen Prozess nicht einbezogen. Zur strukturierten Darstellung der wichtigen Informationen wurde die Reporting-Guideline „Consolidated criteria for reporting qualitative research” (CO-REQ) angewendet [17].

III. Ergebnisse

1. Studienteilnehmende

Die Interviews hatten eine Länge von 24 bis 58 Minuten. Von vier Interviewpartnerinnen und -partnern (IP) waren drei weiblich und einer männlich. Die Geburtsländer der Interviewpartnerinnen und -partner umfassten Russland, Ungarn, Syrien und Deutschland. Die nicht in Deutschland geborenen Interviewteilnehmenden immigrierten zwischen 2007 und 2010 nach Deutschland. Die Rehabilitationsdiagnosen der Kinder, die Wohnorte sowie die Rehabilitationskliniken waren ebenfalls heterogen. Drei von vier Interviewpartnerinnen und -partnern hatten bereits mehr als einen Antrag auf eine Rehabilitationsmaßnahme gestellt. Zum Zeitpunkt der Interviews befanden sich IP1 gemeinsam mit ihren Kindern und die Kinder von IP3 in der Rehabilitationseinrichtung. IP2 hatte mit ihren Kindern bereits im Jahr 2020 und IP4 im Juni 2021 die Rehabilitation durchgeführt. Bei zwei Interviewpartnerinnen/-partnern waren die gesetzlichen Krankenkassen Leistungsträger aller durchgeführten Rehabilitationsmaßnahmen und bei einer die Deutsche Rentenversicherung. Eine Interviewpartnerin/ein Interviewpartner berichtete, dass sie/er bereits mehrere Rehabilitationsmaßnahmen für ihr/sein Kind sowohl bei der Krankenkasse als auch bei der Rentenversicherung beantragt hatte. In Tabelle 1 sind alle Angaben zu den demografischen Daten der Interviewpartnerinnen und -partner dargestellt.

2. Relevante Einflussfaktoren im Antragsprozess

Wir kategorisierten förderliche und hemmende Faktoren als personenbezogen oder systembezogen. Auf personenbezogener Ebene wurden Kategorien zusammengefasst, die die antragstellenden Eltern mit Migrationsbiografie selbstständig oder mit Unterstützung überwinden können. Die Kategorien auf systembezogener Ebene standen mit den Rahmenbedingungen der Antragstellung oder den Akteurinnen und Akteuren, die in den Inanspruchnahmeprozess involviert sind, in Zusammenhang. Diese können grundsätzlich nicht von der antragstellenden Person beeinflusst werden, sondern sind vom Engagement der Akteurinnen und Akteure oder den Strukturen des Rehabilitationssystems abhängig. Förderliche Faktoren und Barrieren wurden zu Einflussfaktoren zusammenfasst, die unterschiedliche Wirkrichtungen haben können (Abbildung 1). 

Flussdiagramm zeigt Einflussfaktoren auf Antragstellung für Kinder- und Jugendrehabilitation, unterteilt in Personen- und Systemebene mit sechs Prozessschritten von Antragvorbereitung bis Entscheidung. Enthalten sind auch spezifische Aufgaben, Herausforderungen und Unterstützungsangebote, wobei wichtige Meilensteine wie Kontakt mit Ärzten, Widerspruch und Antragserfolg hervorgehoben sind. Siehe auch Fließtext.

Abb. 1 Einflussfaktoren bei der Beantragung einer KJR bei Eltern mit Migrationshintergrund (Quelle: Eigene Darstellung)

Es wurden einige Einflussfaktoren identifiziert, die für Eltern mit Migrationsbiografie während der gesamten Beantragung der KJR relevant sind. Auf personenbezogener Ebene waren dies die Sprache (n=4) oder die Kenntnis von Unterstützungsangeboten im Antragsprozess, wie z. B. die Unterstützung durch den Sozialverband VdK oder die Caritas. Eine Interviewpartnerin/ein Interviewpartner wünschte sich mehrsprachiges Informationsmaterial. Auch die Eigeninitiative der Antragstellenden wurde von allen Interviewpartnerinnen und -partnern (n=4) als förderlich angesehen:

„Aber seit Anfang habe ich schon gewohnt, meine Fragen oder die Antwort selber zu kriegen, also wie ich möchte, wie ich konnte. Ja, ich habe selber angerufen, selber zu Termin zu gehen“ (IP1).

Ein Einflussfaktor auf systembezogener Ebene war das Verständnis von Akteurinnen und Akteuren, wie beispielsweise Ärztinnen und Ärzten, für die Sprachbarrieren von Antragstellenden. Bei der Informationsbereitstellung wünschte sich eine Interviewpartnerin/ein Interviewpartner ein aktiveres Vorgehen der Akteurinnen und Akteure. Beispielsweise beschrieb IP2, dass sie nur durch aktives Nachfragen von der Kostenübernahme des Gepäcktransports erfahren hat:

„Und ja, das fand ich ein bisschen so schwierig, dass man solche Grundinformationen selber extra erfahren oder erfragen muss und nicht automatisch mit einer Bewilligung bekommt“ (IP2). 

Die Tabelle zeigt Patientendaten mit Angaben zu Geschlecht, Geburtsland, Immigration, Alter, Indikation, Leistungsträger und Reha-Daten. Vier Einträge mit unterschiedlichen Diagnosen wie Neurodermitis, Niereneffizienz, Skoliose und ADHS, inklusive Angaben zu Antragstellung und Begleitpersonen. Siehe auch Fließtext.
Tab. 1 Demografische Daten der Interviewpartnerinnen und -partner

Bereits vor der Antragstellung sollten einige Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Ein Problem auf personenbezogener Ebene war, dass viele Eltern mit Migrationsbiografie nicht wussten, dass es die Möglichkeit einer Rehabilitation für Kinder und Jugendliche (n=3) gibt:

„Generell die Informationen, dass es Kinderreha […] gibt […]. Also ganz viele Leute haben keine Ahnung, dass es sowas überhaupt gibt. […] Weil in [Heimatland] meine ich, die Leute kennen das nicht mal“ (IP2).

Alle Interviewpartnerinnen und -partner erhielten die Information von Bekannten oder anderen Akteurinnen und Akteuren im Inanspruchnahmeprozess. Auch Kenntnisse über den Ablauf der Antragstellung, die eigenen Rechte und die gesetzlichen Grundlagen (n=2) waren potenzielle Faktoren, wie z. B. bei fehlendem Wissen über den zuständigen Leistungsträger:

„Wusste ich auch nicht, dass wir bei der Rentenversicherung solche Maßnahmen auch kriegen können. Ich dachte, wenn ich arbeitslos bin und dann darf ich nicht, weil ich keine Auszahlungen mache, also in dieser Zeit“ (IP1).

Es zeigte sich, dass allen Interviewpartnerinnen und -partnern, die bereits mehrere Rehabilitationsanträge gestellt haben, das Stellen des ersten Antrags am schwersten fiel (n=3):

„[Der erste Antrag] war erstmal für mich ein bisschen schwierig, aber die zweite und dritte habe ich selber gemacht, ja. Mit ein bisschen Erfahrung geht (IP3)“.

IP2 kritisierte, dass manche Eltern eine falsche Vorstellung von den Zielen einer Rehabilitationsmaßnahme hatten und die Rehabilitation mit Urlaub verwechselten. Förderlich war, wenn Eltern wussten, dass sie Unterstützung bei der Antragstellung, z. B. durch Ärztinnen und Ärzte erhalten. Auf systembezogener Ebene war die signalisierte Unterstützungsbereitschaft der Akteurinnen und Akteure (n=2) relevant.

Beim Ausfüllen des Rehabilitationsantrags stellte das fehlende Wissen über das Wunsch- und Wahlrecht (n=3) eine Barriere dar. IP1 beschrieb die schlechte Verfügbarkeit von Übersetzungshilfen und den großen Zeitaufwand für die Übersetzung als Barriere, als sie vor einigen Jahren den ersten Rehabilitationsantrag ausfüllte. Förderlich war die Unterstützung beim Ausfüllen durch z. B. Kinder, Bekannte oder andere Akteurinnen und Akteure:

„Dann habe ich mit meinem […] Arzt zusammen formuliert. Also da hat die Kinderärztin hat mir gut geholfen“ (IP1).

Eine weitere Barriere waren die umfangreichen Angaben (n=4) und komplexen Fragen (n=2):

„Ich konnte damals sehr wenig, nicht so gut auf Deutsch verstehen und schreiben. Ja, das war eine große Problematik für mich auch und natürlich hatte ich keine Ahnung, was soll ich auf bestimmte Fragen, was soll ich schreiben, antworten“ (IP1).

Als hilfreich wurde die Ausfüllhilfe, eine Anlage im Antrag der Rentenversicherung, angesehen. Auch regelmäßig angefertigte Notizen über den Krankheitsverlauf halfen beim Ausfüllen des umfangreichen Fragebogens. Es bestand der Wunsch (n=1), dass der Antragsprozess vereinfacht wird und bei Folgeanträgen nicht erneut bereits vorliegende, sich nicht verändernde Angaben zum Krankheitsverlauf des Kindes gemacht werden müssen.

Beim Kontakt mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten waren das Vertrauen und die positive Erfahrung bei früheren Kontakten (n=2) wichtig. Fehlende Unterstützung seitens des ärztlichen Personals (n=2) stellte eine Barriere dar. Die Verständigung mit Ärztinnen und Ärzten in der Erstsprache war vor allem bei schlechten Deutschkenntnissen förderlich. Ebenfalls förderlich war es, wenn Ärztinnen und Ärzte den Prozess der Antragstellung kannten und Erfahrung mit dem Ausfüllen des Antrags hatten.

Nachdem der Antrag vollständig ausgefüllt wurde, geht dieser dem zuständigen Leistungsträger zu. Förderlich war auf personenbezogener Ebene, wenn die antragstellende Person keine Scham hatte, ihre Fragen zu stellen (n=1):

„Drum ist es für mich schon automatisch, solche Fragen einfach zu stellen, ohne irgendwie mich zu schämen dafür oder irgendwas. Aber bei vielen Leute ist es halt anders“ (IP2).

Die Unterstützung und Hilfsbereitschaft des Leistungsträgers (n=3) war ebenfalls förderlich:

„Und sie hat mir alles erklärt und nochmal langsam gesprochen, wenn ich was nicht verstehe und das war wunderbar“ (IP1).

Ein Hemmnis stellten fehlerhafte oder falsch verstandene Informationen dar, beispielsweise zur Zuständigkeit des Leistungsträgers. Es bestand zudem der Wunsch nach transparenten Entscheidungen, beispielsweise dem Grund der Ablehnung einer Rehabilitationsleistung oder einer besseren Kommunikation mit dem Leistungsträger. Als förderlich erwiesen sich feste Sachbearbeiterinnen und -bearbeiter bei der zuständigen Krankenkasse:

„Dass ich nicht dauernd alles erzählen muss, sondern sie wissen, wer wir sind bzw. direkte Kontakt kann so stattfinden. Also nicht irgendwer geht ans Telefon, sondern immer dieselbe“ (IP2).

Der Leistungsträger entscheidet über die Bewilligung oder Ablehnung des Rehabilitationsantrags. Bei einer Ablehnung des Rehabilitationsantrags ist es wichtig, dass die Eltern Kenntnis über das Recht zum Widerspruch haben:

„Ich wusste nicht, dass ich […] Widerspruch [einlegen darf], weil ich verstehe nicht, was bedeutet das“ (IP3).

Auch die Unterstützung beim Schreiben des Widerspruchs durch z. B. Ärztinnen und Ärzte war förderlich:

„Aber unserer Orthopäde hat gesagt: ‚Wenn du kommst zu mir und sagst mir, können wir auch Widerspruch machen‘" (IP3).

Von einer Interviewpartnerin/einem Interviewpartner wurde kritisiert, dass das Widerspruchsverfahren sehr lange gedauert habe.

Wenn der Leistungsträger die Rehabilitationsmaßnahme bewilligt hat, nimmt die ausgewählte Rehabilitationsklinik Kontakt mit den Eltern auf. Auf personenbezogener Ebene kann die Barriere entstehen, dass die Klinik nicht den Vorstellungen der Familie entspricht, da z. B. die Klinik als nicht kindgerecht angesehen wird. Auf systembezogener Ebene kam es bei einer Interviewpartnerin/einem Interviewpartner zu dem Fall, dass das Wunsch- und Wahlrecht nicht beachtet wurde. Dies löste die Interviewpartnerin/der Interviewpartner in Eigeninitiative durch einen Antrag auf Änderung der Rehabilitationseinrichtung. Eine Interviewpartnerin/ein Interviewpartner berichtete, dass die Klinik die Mitaufnahme der behandlungsbedürftigen Kinder verweigerte und somit eine neue Rehabilitationseinrichtung durch den Leistungsträger bewilligt werden musste. Eine weitere Barriere bestand, wenn die Rehabilitationsmaßnahme nicht innerhalb der Ferien durchgeführt werden konnte oder wenn regelmäßige, nicht verschiebbare Arzttermine in die Zeit der Rehabilitationsmaßnahme fielen.

Da die Rehabilitationsmaßnahmen der Interviewpartnerinnen und -partner während der Corona-Pandemie durchgeführt wurden, sind als Barriere die langen Wartezeiten auf einen Termin genannt worden (n=2). In einigen Kliniken konnten Plätze von Familien, die die Rehabilitation vorzeitig abbrachen, nicht kurzfristig neu vergeben werden, sodass die Wartelisten länger waren als vor der Pandemie.

IV. Diskussion

In den Interviews konnte eine Vielzahl von Faktoren identifiziert werden, die den Beantragungsprozess beeinflussen können. Unsere Studie unterscheidet zwischen Aspekten auf personenbezogener und systembezogener Ebene und stellt dar, welche Einflussfaktoren von Eltern mit Migrationsbiografie selbst beeinflusst werden können und auf welche Faktoren sie keinen Einfluss haben. In den Ergebnissen zeigt sich, dass die Unwissenheit der Antragstellenden ein zentraler personenbezogener Faktor ist. Auch die Sprachbarriere stellt eine Herausforderung dar. Die Eigeninitiative der Antragstellenden ist eine wichtige Ressource im gesamten Prozess der Beantragung. Systembezogene Einflussfaktoren wie die Unterstützung von Akteurinnen und Akteuren, die in den Inaspruchnahmeprozess involviert sind (z. B. Ärztinnen und Ärzte, Bekannte, Kinder, Leistungsträger), sind zu jedem Zeitpunkt förderlich für eine erfolgreiche Antragstellung.

Einige Eltern mit Migrationsbiografie benötigten Unterstützung beim Stellen des Rehabilitationsantrags, z. B. von Bekannten oder Ärztinnen und Ärzten, und empfanden die Fragen im Antrag als komplex und schwer verständlich. Die Erkenntnisse decken sich mit den Ergebnissen von Aksakal et al. [11], die die Versorgungserwartungen von Erwachsenen mit türkischer Migrationsbiografie untersucht haben [11]. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Unterstützung insbesondere beim erstmaligen Stellen des Antrags benötigt wird. Bei wiederholtem Ausfüllen des Antrags kann auf die Erfahrungen vom ersten Mal zurückgegriffen werden, sodass keine weitere Hilfe benötigt wird. Die Unterstützung durch z. B. Bekannte oder Ärztinnen und Ärzte stellt einen wichtigen Faktor für die erfolgreiche Antragstellung dar, der sich nicht nur beim Ausfüllen des Antrags erkennen lässt. Der Bedarf an Unterstützung oder signalisierter Unterstützungsbereitschaft zieht sich von der Vorbereitung des Antrags über den Kontakt mit Ärztinnen und Ärzten und Leistungsträgern bis zur Entscheidung über den Antrag durch.

Die benötigte Unterstützung steht im Zusammenhang mit fehlendem Wissen der Eltern mit Migrationsbiografie über das deutsche Rehabilitationssystem. Die Teilnehmenden beschrieben bspw. fehlendes Wissen über die Möglichkeit einer KJR, über Zuständigkeiten der Leistungsträger oder über die eigenen Rechte bei der Beantragung. Die Erkenntnisse von Schwarz et al. [10] zeigten äquivalente Barrieren bei Erwachsenenrehabilitationen. Da es, wie IP2 beschreibt, vergleichbare Rehabilitationsangebote nicht in jedem Land gibt, kennen nicht alle Eltern mit Migrationsbiografie das Konzept und die Ziele einer Rehabilitationsmaßnahme. Hinzu kommen die potenzielle Sprachbarriere und der von Schwarz et al. [10] beschriebene, im Gesundheits- und Rehabilitationskontext notwendige Wortschatz, der die Beantwortung der Fragen im Rehabilitationsantrag für Betroffene als komplexe Herausforderung erscheinen lässt. Hier müssten Eltern mit Migrationsbiografie mehr informiert und besser aufgeklärt werden.

Die bereits bei Schwarz et al. [10] diskutierten fehlenden mehrsprachigen Informationsmaterialien wurden in unseren Interviews ebenfalls thematisiert. Vor allem sollten, wie in den Ergebnissen herausgearbeitet, Informationen aktiv an Antragstellende weitergegeben werden. Viele Eltern mit Migrationshintergrund wissen nicht, welche Leistungen oder Unterstützungen angeboten werden, sodass sie nicht gezielt danach fragen können. Eine Interviewpartnerin/ein Interviewpartner schlug vor, in Kindergärten oder bei caritativen Einrichtungen über die Möglichkeit einer KJR zu informieren. Aufgrund von potenziellen Sprachbarrieren wäre es förderlich, Informationsveranstaltungen in der Erstsprache anzubieten. An diesem Punkt setzt u. a. das Projekt MiMi-Reha-Kids an, in dem ein mehrsprachiges, transkulturelles und zielgruppengerechtes Informationsangebot entwickelt wird. Dies soll Wissensdefizite, sprachliche sowie kultur- und geschlechtsspezifische Barrieren abbauen, um den Zugang zur Rehabilitation für Kinder und Jugendliche mit Migrationsbiografie zu unterstützen [18]. Auf systembezogener Ebene wäre denkbar, Akteurinnen und Akteure, wie beispielsweise Medizinstudierende oder Ärztinnen und Ärzte in der Facharztausbildung Kinder- und Jugendmedizin, hinsichtlich möglicher Barrieren von Personen mit Migrationsbiografie und Kultursensibilität zu schulen. Transkulturell geschulte Akteurinnen und Akteure könnten gezielt kulturspezifische Barrieren wie beispielweise Schamgefühle in der krankheitsbezogenen Kommunikation adressieren [19] und zu einer erfolgreichen Antragstellung beitragen. Dieser Aspekt erscheint auch für die Unterstützung im Rahmen der Erwachsenenrehabilitation relevant, da Aksakal et al. [11] für Personen mit türkischer Herkunft körperliche Untersuchungen und den krankheitsbezogenen Informationsaustausch als mögliche Barriere herausarbeiten konnten.

Festzuhalten ist, dass auch deutsche Eltern die Fragen im Rehabilitationsantrag als komplex empfinden und bei ihnen Wissensdefizite in Bezug auf den Ablauf, die Zuständigkeit oder die rechtlichen Grundlagen zur KJR bestehen [20]. Dies legt nahe, dass nicht alle in unserer Studie herausgearbeiteten Einflussfaktoren als migrationsspezifisch zu verstehen sind. Allerdings stellt ihre Bewältigung aufgrund interdependenter Faktoren wie z. B. sprachlicher Barrieren oder kulturspezifischer Ängste und Sorgen womöglich eine besondere Herausforderung dar.

Die Studie hat einige Limitationen. Aufgrund der geringen Fallzahl von vier Interviews bleiben die Ergebnisse kontextgebunden. Eine Datensättigung wurde nicht erreicht. Eine Verallgemeinerbarkeit auf alle Eltern mit Migrationshintergrund ist nur eingeschränkt möglich [21]. Zweitens kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei der Studie zu Verzerrungen kam. Die Antragstellung lag bei den interviewten Elternteilen bereits einige Monate bis zwei Jahre zurück. Einige als solche empfundenen Barrieren könnten bereits in Vergessenheit geraten sein. Hier wären Interviews in kurzem zeitlichen Abstand nach dem Beantragungsprozess sinnvoll, um die empfundenen Schwierigkeiten umfassender abbilden zu können. Drittens ist zu berücksichtigen, dass die Interviewpartnerinnen und -partner die berichteten Barrieren bereits überwunden hatten. Es ist wahrscheinlich, dass nicht alle Eltern mit Migrationsbiografie die beschriebenen Barrieren überwinden können. In Interviews mit diesen Personen könnten evtl. weitere oder andere Hemmnisse identifiziert werden, da z. B. die Sprachbarriere eine noch größere Rolle spielen könnte. Bei der Rekrutierung meldeten sich vermutlich nur die Personen, die sich sicher genug fühlten, das Interview in deutscher Sprache zu absolvieren. Um diesem Problem niederschwelliger zu begegnen, könnten Interviews in der jeweiligen Erstsprache durchgeführt werden. Dies war im Rahmen dieser Studie aufgrund der Rahmenbedingungen und Sprachkenntnisse der Autorinnen und Autoren nicht möglich.

V. Kernbotschaft

Vor und während der Beantragung einer Rehabilitationsmaßnahme kann eine Vielzahl von Einflussfaktoren auf personenbezogener und systembezogener Ebene den Erfolg oder Misserfolg des Antrags beeinflussen. Informationen über die KJR und Unterstützung durch alle beteiligten Akteurinnen und Akteure im Inanspruchnahmeprozess stellen für Familien mit Migrationsbiografie wichtige Ressourcen dar.

Literatur

[1] Neuhauser H, Poethko-Müller C, KiGGS Study Group. Chronische Erkrankungen und impfpräventable Infektionserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Ergebnisse der KiGGS-Studie – Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2014; 57: 779–788. doi:10.1007/s00103-014-1976-6.

[2] Widera T, Baumgarten E, Druckenmüller A, et al. Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation – Stand und Perspektiven aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung. Rehabilitation 2017; 56: 91–102. doi:10.1055/s-0043-103065.

[3] Deutsche Rentenversicherung Bund. Reha-Bericht 2021. Berlin: Deutsche Rentenversicherung Bund; 2021.

[4] Statistisches Bundesamt. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2020. 2020.

[5] Deutsche Rentenversicherung Bund. Reha-Bericht 2019. Berlin: Deutsche Rentenversicherung Bund; 2019.

[6] Berghem S. Kinder mit Migrationshintergrund – Sichtweise der Rehabilitationskliniken. DRV-Schriften 2017; 111: 444–445.

[7] Brzoska P, Razum O. Erreichbarkeit und Ergebnisqualität rehabilitativer Versorgung bei Menschen mit Migrationshintergrund. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2015; 58: 553–559. doi:10.1007/s00103-015-2144-3.

[8] Fauser D, Banaschak H, Zimmer J-M, et al. Rehabilitation utilization of non-migrant and migrant persons with back pain: A cohort study using different definitions of migrantbackground. EClinicalMedicine 2022; 46: 101351. doi:10.1016/j.eclinm.2022.101351.

[9] Koschollek C, Bartig S, Rommel A, et al. Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2. Journal of Health Monitoring 2019; 4. doi:10.25646/6070.

[10] Schwarz B, Markin K, Salman R, et al. Barrieren für Migranten beim Zugang in die medizinische Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung. Rehabilitation 2015; 54:362–368. doi:10.1055/s-0041-108279.

[11] Aksakal T, Langbrandtner J, Yilmaz-Aslan Y. Versorgungserwartungen von Menschen mit Migrationshintergrund und Möglichkeiten ihrer Berücksichtigung in der medizinischen Rehabilitation – unter besonderer Betrachtung von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. 2017.

[12] Flick U, von Kardorff E, Steinke I. Was ist qualitative Forschung? Einleitung und Überblick. In: Flick U, von Kardoff E, Steinke I, Hrsg. Qualitative Forschung: Ein Handbuch. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch; 2019: 13–29.

[13] Helfferich C. Leitfaden- und Experteninterviews. In: Baur N, Blasius J, Hrsg. Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden: Springer Fachmedien; 2019: 669–686.

[14] Dresing T, Pehl T. Praxisbuch Interview, Transkription & Analyse: Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende. 8. Auflage. Marburg: Eigenverlag; 2018.

[15] Mayring P. Qualitative Inhaltsanalyse: Grundlagen und Techniken. 12., überarbeitete Auflage. Weinheim Basel: Beltz Verlag; 2015.

[16] Fenzl T, Mayring P. QCAmap: eine interaktive Webapplikation für Qualitative Inhaltsanalyse. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 2017; 37: 333–339.

[17] Booth A, Hannes K, Harden A, et al. COREQ (Consolidated Criteria for Reporting Qualitative Studies). In: Moher D, Altman DG, Schulz KF, et al., Hrsg. Guidelines for Reporting Health Research: A User’s Manual. Oxford: John Wiley & Sons; 2014: 214–226.

[18] Banaschak H, Ohmes L, Salman R, et al. Implementierung und Evaluation einer multimodalen Informationskampagne zur medizinischen Rehabilitation für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund: Das MiMi Reha-Kids Projekt. DRV-Schriften 2021; 123: 46–49.

[19] Tagay S. Andere Länder, andere Sitten: Patienten mit Migrationshintergrund verstehen. Deutsche Medizinische Wochenschrift 2016; 140: 1702–1704. doi:10.1055/s-0041-107639.

[20] Jürgensen M, Großmann N, Thyen U. „Das würde ich gar nicht erst beantragen!“ – Barrieren der Inanspruchnahme einer Kinder- und Jugend-Rehabilitations-Maßnahme aus Sicht der Familien. Rehabilitation 2017; 56: 109–118. doi:10.1055/s-0043-103063.

[21] Polit DF, Beck CT. Generalization in quantitative and qualitative research: Myths and strategies. International Journal of Nursing Studies 2010; 47: 1451–1458. doi:10.1016/j.ijnurstu.2010.06.004.

Beitrag von Anna-Lena Bühne, geb. Baasner, Hannes Banaschak und Prof. Dr. Matthias Bethge (Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Universität zu Lübeck)

Fußnoten

[1]  Vgl. dazu aus teilhaberechtlicher Sicht Welti, RP Reha 2022, Heft 1, S. 5 ff.; v. Boetticher, RP Reha 2022, Heft 2, S. 5.


Stichwörter:

Kinder und Jugendliche, Medizinische Rehabilitation, Migration und Behinderung, Rehabilitationsträger, Rehabilitationseinrichtung, Kommunikationsbarrieren, Beratung, Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation


Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.