31.08.2026 Verwaltung, Verbände, Organisationen

Anstöße für diversitätssensible Organisationsentwicklung

Wie können Freiwilligendienste inklusiver, diversitätssensibler und für alle Interessierten zugänglich gestaltet werden? – Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. hat im August 2026 die Broschüre „Inklusive Organisationsentwicklung in den Freiwilligendiensten“ veröffentlicht. Damit möchte er Personen auf allen Ebenen der Freiwilligendienststrukturen dabei unterstützen, Inklusion und Diversität nachhaltig zu verankern. Die Ansätze lassen sich auch auf andere Organisationen übertragen.

Rund 90.000 Menschen leisten Jahr für Jahr einen Freiwilligendienst (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, BMBFSFJ, 2026). Von 2022 bis August 2026 förderte das BMBFSFJ die Koordinierungsstelle für Inklusion und Diversität in den Freiwilligendiensten als Projekt. Die nun vorgelegte Publikation ging daraus hervor und verfolgt das Ziel, eine intersektionale Perspektive in den Freiwilligendiensten zu stärken und Träger, Einsatzstellen sowie Fachkräfte für die Themen Diversität, Inklusion und Diskriminierung zu sensibilisieren. Intersektionalität bedeutet nach dem Verständnis des Paritätischen nicht nur Mehrfachdiskriminierung, sondern zeigt auch, wie sich verschiedene Aspekte von Identität und gesellschaftlicher Wahrnehmung gegenseitig beeinflussen und zu spezifischen, komplexen Formen von Diskriminierung oder Privilegierung führen.

Impulse nicht nur für Freiwilligendienste

Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf der Frage, wie die erreichten Impulse nachhaltig in den Strukturen der Freiwilligendienste verankert werden können. Dabei wurde insbesondere in den Blick genommen, wie Inklusion und Diversität langfristig in Organisationen, Arbeitsprozessen und Qualitätsstrukturen gesichert und weiterentwickelt werden können. Zentral ist aus Sicht des Verbandes, dass Organisationen bei jeder Entscheidung hinterfragen: Wer wird hier vielleicht nicht automatisch mitgedacht? Wie können wir Barrieren verhindern? Was für zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen brauchen wir?

Das Ziel inklusiver Organisationsentwicklung besteht darin, den Blick schrittweise zu verschieben von Sonderlösungen hin zu Teilhabe und selbstverständlichen Standards, von individueller Anpassung hin zu flexiblen Strukturen und von vermeintlich homogenen Gruppen hin zu Heterogenität in lernenden Organisationen.“

Die Broschüre vermittelt grundlegende Begriffe und Zusammenhänge der diskriminierungssensiblen Organisationsentwicklung und verbindet diese mit konkreten Werkzeugen, Checklisten und ersten Handlungsschritten für die Praxis. Anschauliche Beispiele zeigen, wie inklusive und diversitätssensible Prozesse im Organisationsalltag angestoßen und Schritt für Schritt weiterentwickelt werden können. Darüber hinaus gibt die Broschüre Impulse dafür, Inklusion nachhaltig in Strukturen, Leitbildern und Qualitätsprozessen zu verankern. Sie versteht sich dabei ausdrücklich nicht als fertige Lösung oder als einheitliches Konzept für alle Organisationen.

„Inklusive Organisationsentwicklung ist ein fortlaufender Prozess, der unterschiedliche Perspektiven einbezieht und die Bereitschaft voraussetzt, bestehende Strukturen und Routinen kritisch zu hinterfragen. Die Broschüre möchte Organisationen dabei unterstützen, erste Schritte zu gehen, bestehende Aktivitäten weiterzuentwickeln und Inklusion langfristig als Bestandteil der Organisationskultur zu verankern.“

Zahlreiche Boxen mit konkreten Impulsen für erste Schritte ermutigen dazu, es nicht bei der Theorie zu belassen. Das Motto: lieber eine Veränderung vornehmen, als auf die perfekte Lösung zu warten.

Zur Veröffentlichung der Broschüre „Inklusive Organisationsentwicklung in den Freiwilligendiensten“

(Quellen: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V., Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend)


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