Bundesgesundheitsblatt mit Schwerpunkt „Behinderung und gesellschaftliche Teilhabe“
Das Bundesgesundheitsblatt thematisiert in seiner August-Ausgabe „Behinderung und gesellschaftliche Teilhabe“. Die 14 Fachbeiträge befassen sich mit den Fortschritten, Herausforderungen und Perspektiven einer inklusiven Gesellschaft aus wissenschaftlicher, rechtlicher und gesundheitspolitischer Sicht. Die einzelnen Beiträge sind kostenfrei abrufbar.
Im Editorial „Zehn Jahre Bundesteilhabegesetz: Kontinuitäten, Konflikte und Perspektiven der Teilhabe“ unterstreichen Matthias Morfeld, Uwe Koch-Gromus und Anke-Christine Saß, dass das Bundesgesundheitsblatt bewusst an ein gleichnamiges Schwerpunktheft aus dem Jahr 2016 anknüpft, zentrale Fragestellungen erneut aufgreift, aber auch neue Akzente setzt.
„Besonders wichtig sind hier folgende Aspekte: Wer profitiert tatsächlich von den neuen Regelungen, welche Gruppen bleiben bei der Umsetzung unberücksichtigt und welche Indikatoren machen Teilhabe sichtbar? Zu klären ist außerdem, wie erreicht werden kann, dass Inklusion nicht auf formale Zugänglichkeit reduziert wird, sondern auch soziale, kulturelle und institutionelle Bedingungen einschließt.“
Die Schwerpunktausgabe zeichnet ein differenziertes Bild der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Deutschland und beleuchtet den Stand der Teilhabeforschung.
Ein wichtiger Ausgangspunkt ist der Beitrag „Daten zu Behinderung, Gesundheit und Teilhabe in Deutschland – ein Update“ von Franziska Prütz, Birte Hintzpeter und Anke-Christine Saß. Ein Beitrag von Elisabeth Wacker und ein weiterer von Markus Schäfers und Gudrun Wansing befassen sich mit der Teilhabeberichterstattung bzw. ihrer Institutionalisierung. Lena Hünefeld, Alper Eker und Sophie Teborg geben eine Übersicht über Großbefragungen zur Arbeitssituation von Menschen mit Beeinträchtigung und Behinderung in Deutschland sowie über das Analysepotenzial.
Weitere Beiträge behandeln Förderfaktoren und Barrieren bei der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt aus rechtlicher Sicht (Felix Welti) sowie die Nutzung von künstlicher Intelligenz im Rahmen der beruflichen Teilhabe (Mareike Decker, Sara Hamideh Kerdar und Patricia Traub). Darüber hinaus geht es um die gesundheitliche Versorgung und die Zugänglichkeit der medizinischen Rehabilitation (Maria Mader et al.) sowie die Rolle Medizinischer Behandlungszentren für Erwachsene mit Behinderungen (Thorsten Meyer-Feil et al.), das Älterwerden von Menschen mit Behinderungen (Lotte Habermann-Horstmeier) sowie die sexuelle Selbstbestimmung (Sven Jennessen und Tim Krüger). Fleming Caje und Peter Borusiak gehen in ihrem Beitrag auf die Hilfsmittelversorgung von Kindern und Jugendlichen nach der Gesetzesänderung ein. Die Bedeutung der ICF als internationales Modell zur Beschreibung von Gesundheit, Behinderung und Teilhabe würdigt Anke Scheel-Sailer in einem eigenen Beitrag zu 25 Jahren ICF.
Die Monatszeitschrift „Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz“, Ausgabe August 2026 (Volume 69, Issue 8) ist unter folgendem Link abrufbar:
Behinderung und gesellschaftliche Teilhabe.
(Quelle: Springer Nature Link)
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