Diakonische Eckpunkte zur Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation
Medizinische Rehabilitation kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Beschäftigungsfähigkeit zu sichern oder wiederherzustellen. Mit einem Eckpunktepapier formuliert die Diakonie Deutschland Vorschläge zu Zugang, Angebotsstrukturen, Finanzierung und Versorgungssicherheit der medizinischen Rehabilitation. Ziel ist es die rehabilitative Versorgung zu stärken und Teilhabechancen für alle Bevölkerungsgruppen sicherzustellen.
Ein besonderes Augenmerk legt die Diakonie in ihren Eckpunkten auf die Rehabilitation von Menschen mit komplexen Teilhabeeinschränkungen. Dazu werden in dem Papier zahlreiche Vorschläge formuliert, die konzeptionelle und versorgungsstrukturelle Fragen berühren. Im Vorwort unterstreicht Elke Ronneberger, Bundesvorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, die Notwendigkeit von deutlichen Reformen und einer Neuausrichtung der medizinischen Rehabilitation, um auch Leistungen für Menschen mit besonderen Bedarfen zu erschließen, die bislang kaum Rehabilitationschancen hätten. Gemeint sind etwa pflegebedürftige, psychisch kranke oder Menschen mit komplexeren Beeinträchtigungen und Teilhabeeinschränkungen wie etwa langzeitarbeitslose Menschen oder Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen. Darüber hinaus geht das Papier auch auf Bedarfe von Kindern und Jugendlichen ein.
Zentrale Anliegen der Diakonie sind der Abbau von Zugangshürden zur medizinischen Rehabilitation, eine frühzeitige und verbesserte Bedarfserkennung sowie die Einbindung rehabilitativer Leistungen in regionale Versorgungsstrukturen und Sozialräume, beispielsweise durch den Ausbau von mobilen und ambulanten Rehabilitationsangeboten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung von Angebotsstrukturen wie etwa der Komplexleistung Frühförderung oder der Fallbegleitung. Konzepte wie „Rehabilitationsfähigkeit“ und „Rehabilitationsprognosen“ sollen dem Papier zufolge überprüft werden und ggf. durch Aussagen zur Ermöglichung von Teilhabe durch Rehabilitation ersetzt werden. Gleichzeitig wird auf die unzureichende Datenlage zu besonderen rehabilitativen Bedarfen hingewiesen.
Zur Sicherstellung der Versorgung schlägt die Diakonie u. a. eine Stärkung des gesetzlichen Sicherstellungsauftrags, verbindlichere Kooperationsstrukturen der Rehabilitationsträger sowie eine Reform des Vertragsrechts vor nebst einer Begrenzung des Einflusses von Finanzinvestoren. Zudem thematisiert das Papier tragfähige Rahmenbedingungen und eine Refinanzierung von Aufgaben, die im Zuge des Klimawandels und der Klimaanpassung auf die Einrichtungen zukommen.
Das Papier ist auf der Seite der Diakonie Deutschland abrufbar:
(Quelle: Diakonie Deutschland)
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