Diversität unter der Lupe: Gesundheitsreport und Vielfaltsbarometer
Eine faire Behandlung, gelebte Vielfalt und diskriminierungsfreie Arbeitsbedingungen sind entscheidende Gesundheitsfaktoren für Beschäftigte in Unternehmen und Betrieben. Zu diesem Ergebnis kommt der BKK Gesundheitsreport 2025 „Vielfalt und gesunde Arbeit“. Die zentrale Botschaft ist: Unternehmen, die Zugehörigkeit fördern, stärken die Motivation, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden. Wie es allgemein um das Zusammenleben in Deutschland bestellt ist, damit hat sich eine repräsentative Befragung der Robert Bosch Stiftung befasst.
Der BKK Gesundheitsreport 2025 befasst sich mit der Vielfalt in der Arbeitswelt aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Autorinnen und Autoren wollen aufzeigen, „wie Diversität erkannt, verstanden und genutzt werden kann – im Sinne einer gesunden und zukunftsfähigen Arbeitsgestaltung und nicht zuletzt als Grundlage zielgerichteter Prävention“. Den Ergebnissen zufolge berichtet fast ein Drittel der Befragten von Diskriminierungserfahrungen im Job, am häufigsten aufgrund von Alter, Geschlecht oder gesundheitlichen Einschränkungen. Besonders betroffen sind dabei Jüngere. Beschäftigte mit Diskriminierungserfahrungen berichten häufiger von Konflikten, sind weniger zufrieden mit ihrer Arbeit und bewerten ihre Arbeitsfähigkeit schlechter als Kolleginnen und Kollegen ohne solche Erfahrungen.
Gleichzeitig zeigt die Auswertung einer Beschäftigtenbefragung mit 3019 Teilnehmenden, dass die Mehrheit die Kultur ihres Unternehmens grundsätzlich als offen und gerecht erlebt. 68 Prozent der Befragten fühlen sich fair behandelt, gut die Hälfte berichtet von gleichen Aufstiegs- und Entwicklungschancen. Knapp 40 Prozent kritisieren aber eine zu geringe Vielfalt in Führungspositionen. Viele Beschäftigte verbinden Diversität mit besseren Arbeitsergebnissen und einem besseren Miteinander. Allerdings erwartet rund ein Drittel mehr Konflikte, vor allem dort, wo persönliche Begegnung fehlt, z. B. im Homeoffice oder in der Leih- und Zeitarbeit. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtet von betrieblichen Regelungen zum Schutz vor Diskriminierung und fast ein Drittel erlebt Diversitätsmanagement. Wo solche Strukturen existieren, werden Aufstiegschancen und Unternehmenskultur deutlich positiver bewertet. Insbesondere in kleineren Betrieben fehlen allerdings häufig Maßnahmen gegen Diskriminierung oder ein Diversity Management.
Eine vielfältige Belegschaft sei nicht nur gelebte Realität, sondern beinhalte auch großes Potenzial für Unternehmen und eine gesunde Arbeitswelt, so der BKK Dachverband. „Wenn Unternehmen die Individualität jeder Person schätzen, schaffen sie nicht nur eine gerechtere, sondern auch eine produktivere und gesündere Arbeitswelt,“ heißt es im Fazit des Reports. Unterstrichen wird dabei auch, dass es sich um einen kontinuierlichen Prozess handele, der politisches Engagement, unternehmerische Verantwortung und gesellschaftliches Umdenken erfordere.
Zum BKK-Gesundheitsreport 2025
Während der BKK‑Report vor allem Aspekte und Strategien zu einer gesunden Arbeitswelt thematisiert, ist das Vielfaltsbarometer 2025 der Robert Bosch Stiftung eine repräsentative Befragung zu den Themen gesellschaftliche Vielfalt und Zusammenleben in Deutschland. Es liefert Daten über die Einstellungen zu den Vielfaltsdimensionen Lebensalter, Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung, soziökonomische Schwäche, ethnische Herkunft und Religion und bündelt die Ergebnisse in einem Vielfaltsgesamtindex. Für das Vielfaltsbarometer 2025 wurden rund 4.800 deutschsprachige Personen im Alter ab 16 Jahren online befragt. Nach der Auswertung ist der Vielfaltsgesamtindex von 68 Punkten im Jahr 2019 auf aktuell 63 Punkte (Skala 0–100) gesunken. Ein Rückgang, den die Autorinnen und Autoren der Studie als ein deutliches Signal für wachsende gesellschaftliche Spannungen sehen. Insbesondere ethnische und religiöse Diversität würde zunehmend abgelehnt. Stabil seien aber bspw. die Zustimmung beim Aspekt Behinderung, der weiterhin die höchsten Werte erzielt (82 Punkte) sowie die Einstellung gegenüber dem Lebensalter (71 Punkte), beim Thema Geschlecht sei die Akzeptanz um fünf Punkte auf 74 Skalenpunkte gestiegen. Zu diesen Ergebnissen ist im Dezember 2025 zusätzlich die Sonderauswertung „Teilhabe und Zugehörigkeit in der Einwanderungsgesellschaft“ erschienen, die sich damit befasst, wie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf unterschiedliche Aspekte von Vielfalt schauen und wie sich Teilhabe und Zugehörigkeit für möglichst viele ermöglichen lässt.
(Quellen: BKK Dachverband e. V., Robert Bosch Stiftung)
Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!