Erfahrungswerte und Handlungsbedarfe für erfolgreiche Maßnahme im BFW untersucht
Warum nehmen Menschen eine berufliche Reha-Maßnahme in einem Berufsförderungswerk (BFW) in Anspruch? Welche Bedingungen unterstützen eine erfolgreiche Durchführung, und wo erfordern neuralgische Punkte eine erhöhte Aufmerksamkeit? – Um evidenzbasierte Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation zu erhalten, hat der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW) gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Institut für sozialwissenschaftliche Prozessanalysen und Arbeitsgestaltung eine sozialwissenschaftliche Prozessanalyse durchgeführt. Der im Januar 2026 veröffentlichte Bericht fasst die Ergebnisse zusammen.
Barrieren und Hindernisse auf dem Weg von der Herausbildung eines Anspruchs auf eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme bis zum Einstieg in die Qualifizierungsmaßnahme und deren Durchführung stehen im Fokus der Studie „Bedarfsanalyse zur Weiterentwicklung und Stabilisierung der Berufsförderungswerke durch eine Prozessanalyse der Entwicklung der LTA und der Zugangswege in die berufliche Rehabilitation der Berufsförderungswerke“. Der besondere Fokus gilt den Zugangsprozessen von der Antragstellung bis zur Qualifizierung im BFW, neuralgischen Punkten, Einflussfaktoren und Erfolgskriterien. Zwischen September 2024 bis Oktober 2025 wurden dafür Arbeitgebende, Mitarbeitende des Sozialdienstes in medizinischen Reha-Kliniken, Reha- und Integrationsmanagerinnen und -manager in den BFW, Reha-Fachberatende der Kostenträger sowie Teilnehmende in BFW und Interessierte an beruflicher Rehabilitation befragt und die Erhebungsergebnisse analysiert. Es geht um die Frage, an welchen Stellen im Zugangsprozess und aufgrund welcher Bedingungen ein Anspruch auf eine berufliche Reha-Maßnahme nicht zur Aufnahme einer entsprechenden Qualifizierung, sondern möglicherweise zum Ausstieg der/des Leistungsberechtigten führt. Darüber hinaus wurden die Erfolgskriterien in der Durchführung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) in BFW untersucht.
Diskrepanzen zwischen erwartetem und realem Verlauf
Der idealtypische Prozess umfasst in der Regel die Identifizierung des Rehabilitationsbedarfs, gefolgt von einer formalisierten Antragstellung, einer systematischen Bedarfsermittlung, der Zuweisung in Maßnahmen und der Durchführung ebendieser und -mündet schließlich in die Integration der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden in den Arbeitsmarkt. Die Prozessanalyse zielte darauf ab, Diskrepanzen zwischen dem erwarteten und dem realen Verlauf aufzudecken. Dazu wurden Hindernisse, Verzögerungen oder Abweichungen, die im praktischen Umfeld auftreten können, erfasst – etwa unvollständige Antragsunterlagen, fehlende Transparenz in der Bedarfsermittlung oder unzureichend abgestimmte Maßnahmenangebote. Schließlich identifizierten die Forschenden mögliche Weichenstellungen und neuralgische Punkte aus den unterschiedlichen Perspektiven, um Hinweise für eine Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation zu geben.
Der BV BFW plant nun, die umfassende Prozessanalyse intern auswerten und mit Akteurinnen und Akteuren der beruflichen Rehabilitation zu diskutieren.
Projektseite im Forschungsportal Sachsen-Anhalt
(Quellen: Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)
Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!