09.07.2026 Sonstige Veröffentlichungen

Fachzeitschrift DIAS: Digitalisierung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift „DIAS – Digitales Arbeits- und Sozialrecht“ beleuchtet rechtliche, gesellschaftliche und praktische Herausforderungen der Digitalisierung mit dem Fokus auf der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis behandeln digitale Barrierefreiheit, den Einsatz von KI in der Arbeitswelt, Fragen der Teilhabe sowie die Bedeutung der betrieblichen Schwerbehindertenvertretungen.

Durch digitale Technologien eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Kommunikation, der Bildung und der Arbeitswelt. Doch ist die Digitalisierung ein wichtiger Treiber für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen? Im Editorial der neuen DIAS-Ausgabe 2/2026 weisen die Herausgeber Prof. Dr. Isabell Hensel (Universität Kassel) und Dr. Ernesto Klengel (Hugo Sinzheimer Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Hans-Böckler-Stiftung) auf die Schattenseiten hin: „In der Realität der Arbeitswelt zeigen sich mit einer zunehmenden Digitalisierung neue Barrieren und Diskriminierungsrisiken.“ Als Beispiel verweisen sie auf algorithmische Entscheidungssysteme, voreingenommene Sprachmodelle und digitale Bedienoberflächen, die oftmals nicht auf unterschiedliche Formen der Behinderungen ausgelegt seien.

Vor diesem Hintergrund befasst sich die aktuelle Ausgabe insbesondere in drei Aufsätzen mit den Aufgaben des Rechts an der Schnittstelle zwischen Technologie und Behinderung:

  • Prof. Dr. Daniel Hlava (Frankfurt University of Applied Sciences) und Jan Trienekens (Uni Kassel) analysieren die rechtlichen Grundlagen digitaler Barrierefreiheit im Arbeits- und Sozialrecht. Ihr Beitrag spannt den Bogen von u. a. der UN-Behindertenrechtskonvention über das Unionsrecht bis hin zu aktuellen Entwicklungen im deutschen Recht.
  • Der Einsatz von neuen Technologien und KI am Arbeitsplatz trifft auf einen Rechtsrahmen, der nicht für diese Technologien geschaffen wurde. Prof. Dr. Dörte Busch (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) analysiert die Schnittstellen von Arbeitsschutz-, Rehabilitations- und Teilhaberecht und erläutert die neuen Vorgaben der KI-Verordnung, die auch die Rechte von Schwerbehindertenvertretungen stärken.
  • Katharina Klappheck (Referentin der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag) hinterfragt in ihrem politikwissenschaftlichen Beitrag „Künstliche Intelligenz und Inklusion zwischen Utopie und Dystopie“, ob KI-Systeme tatsächlich den vielfach propagierten Beitrag zu mehr Teilhabe leisten. Sie beleuchtet kritisch aktuelle Überlegungen, Neurodiver­genz in Humankapital umzudeuten.

In der Rubrik „Perspektiven“ zeigen Praxisbeispiele, wie Schwerbehindertenvertretungen die Digitalisierung in Betrieben aktiv mitgestalten können. Außerdem fokussiert ein Beitrag die digitalen Barrieren in der Arbeitswelt und erläutert, ob der Ansatz Barrierefreiheit by De­sign (in etwa: umfassende Barrierefreiheit als Maßstab für die gesamte Entwicklung) Abhilfe schaffen könnte. Ein Kommentar geht auf die geplanten Änderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes ein.

Die Zeitschrift ist online kostenfrei abrufbar ("Open Access"): DIAS

(Quelle: Bund-Verlag GmbH)


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