26.08.2026 Verwaltung, Verbände, Organisationen

Projekt STARK-LS: Teilhabe am Arbeitsleben durch KI-gestützte Leichte Sprache

Wie die einfachere und erhöhte Bereitstellung verständlicher Informationen die Inklusionsbereitschaft von Unternehmen sowie die Teilhabemöglichkeiten am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen steigern kann, untersucht das Forschungsprojekt STARK-LS („Stärkung der Teilhabe auf dem ersten Arbeitsmarkt durch KI-generierte Leichte Sprache“). Dazu gehören Praktika für Menschen mit Behinderungen und deren Unterstützung mit Materialien in Leichter Sprache, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz übersetzt wurden.

Menschen mit Lernbehinderungen und anderen kognitiven Beeinträchtigungen stoßen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt häufig auf fachliche und soziale Barrieren. Leichte Sprache soll diese Hürden abbauen, indem sie einen leicht verständlichen Zugang zu Informationen ermöglicht. Bisher ist Leichte Sprache in Unternehmen jedoch selten. Im Rahmen des Projekts STARK-LS wird nun untersucht, ob der technologische Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) auch die Verbreitung von Leichter Sprache in Unternehmen beeinflussen könnte. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus dem Ausgleichsfonds geförderte Projekt startete im März 2025 und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Die Projektleitung liegt bei dem Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) an der Hochschule Karlsruhe, weitere Projektbeteiligte sind der Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Kreisverwaltung Germersheim sowie die SUMM AI GmbH, München, als Anbieter einer KI-basierten Übersetzungssoftware für Leichte Sprache.

Erste Projektergebnisse

Zum Kern des Projekts zählen die Planung, Vorbereitung und Begleitung von Praktika für Menschen mit kognitiven Einschränkungen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Mit Hilfe von KI erstellte Materialien in Leichter Sprache sollen diese dabei unterstützen, Arbeits- und Teamprozesse in Unternehmen besser zu verstehen. Fünf Praktika wurden in dem Projekt bereits organisiert sowie 35 qualitätsgeprüfte Übersetzungen in Leichter Sprache erstellt. Aus den Erfahrungen und der Evaluation sollen Vorgehensmodelle und Handlungsleitfäden für Unternehmen, Rehabilitationsträger und weitere Akteure abgeleitet werden.

In Experteninterviews unter Jobcoaches, Übersetzerinnen und Übersetzern für Leichte Sprache sowie Arbeitgebenden wurde für die Forschenden bereits deutlich, dass der Bedarf an Leichter Sprache das Angebot bei Weitem übersteigt und dass KI-gestützte Übersetzungstools den Zeit- und Kostenaufwand für Übersetzungen in Leichte Sprache verringern sowie zur Versorgung mit verständlichen Arbeitsmaterialien beitragen könnten. Die befragten Expertinnen und Experten machten auch auf die Grenzen der Technik aufmerksam. Besonders bei umfangreichen oder komplexen Texten enthielten die KI-Übersetzungen häufig noch Fehler. Deshalb sollten Texte weiterhin inhaltlich geprüft werden, bevor sie an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen weitergegeben werden. Außerdem seien für die berufliche Teilhabe weiterhin der persönliche Austausch, eine offene Unternehmenskultur und der Abbau struktureller Hürden wichtig.

Weitere Informationen und Veröffentlichungen sind auf der Projektseite abrufbar: Teilhabe-Leichte-Sprache.de

(Quelle: Forschungsprojekt STARK-LS)


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