Themenband zur Umsetzung der UN-BRK in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die Universität Kassel hat im Februar 2026 den Sammelband „Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Ausblicke nach den Prüfungen der Staatenberichte“ veröffentlicht. Der Band dokumentiert und vertieft die Beiträge einer gleichnamigen Fachtagung vom Sommer 2024 in Kassel. Schwerpunkte sind die Rechte von Menschen mit Behinderungen auf gleiche Anerkennung als Rechtssubjekt sowie auf Bildung und Arbeit, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) postuliert.
Der Sammelband orientiert sich in seiner Gliederung am Aufbau der Tagung und baut die dort behandelten Aspekte weiter aus. Ausgangspunkt sind die abschließenden Bemerkungen des UN-Fachausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu den Staatenberichten der sogenannten DACH-Staaten Deutschland, Österreich und Schweiz. Die Umsetzung der drei Schwerpunktthemen
- Recht auf gleiche Anerkennung als Rechtssubjekt (Artt. 12 und 13 UN-BRK)
- Recht auf Bildung (Art. 24 UN-BRK)
- Recht auf Arbeit (Art. 27 UN-BRK)
erfährt eingehende und vergleichende Betrachtung. Beiträge aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft analysieren rechtliche Strukturen, politische Steuerung, Beteiligungsmöglichkeiten und bestehende Defizite. Die Perspektive der DACH-Staaten wird durch Beiträge zur Umsetzung der UN-BRK in Taiwan ergänzt. Hier stammen viele der frühen sozialen Dienste für Menschen mit Behinderungen von christlichen Organisationen aus Europa. Sie brachten europäische Modelle, einschließlich der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, nach Taiwan. Der Band soll deutlich machen, dass Inklusion, Teilhabe und Gleichberechtigung keine Selbstläufer sind, sondern eine kontinuierliche rechtliche, politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung erfordern. Ziel ist es, diese Diskussion sichtbar zu machen, einzuordnen und Impulse für eine wirksamere Umsetzung der UN-BRK zu geben.
Die in dem Sammelband dokumentierte Veranstaltung war Teil des Kooperationsprojekts „Zugänglichkeit – Inklusion – Partizipation. Nachhaltige Teilhabe an Arbeit durch Recht (ZIP – NaTAR)“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wurde und an dem die DVfR, die Humboldt-Universität Berlin, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und das Zentrum für Sozialforschung Halle beteiligt waren.
Der Sammelband (263 Seiten) ist unter einer Open-Access-Lizenz veröffentlicht und kann hier abgerufen werden.
(Quelle: Universität Kassel)
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