Das Projekt frauen.stärken.frauen.

 

Dieser Text informiert in Leichter Sprache über ein Projekt für Frauen.

Manchmal stehen aber noch schwierige Wörter im Text.

Diese schwierigen Wörter sind grün geschrieben.

Die Wörter werden am Textende erklärt.

 

Rosa Schneider Das ist Rosa Schneider.

Rosa Schneider arbeitet in dem Projekt frauen.stärken.frauen.

Das Projekt frauen.stärken.frauen. hat diese Ziele:

  • Frauen mit Lern·schwierigkeiten machen eine Ausbildung.
  • Sie werden Trainerinnen für Selbst·behauptung und Selbst·verteidigung.
  • Trainerinnen mit Lern·schwierigkeiten sind ein sehr gutes Vorbild.
  • Sie machen anderen Frauen mit Lern·schwierigkeiten Mut,
    über erlebte Gewalt·zu sprechen.
    Zum Beispiel wenn eine Frau geschlagen wird.
    Und sie machen den Frauen Mut sich Hilfe zu holen.
     

Es gibt eine Vereinbarung über die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Man nennt diese Vereinbarung auch UN-Behinderten·konvention.

         In dieser Vereinbarung steht:

         Menschen mit Behinderung müssen gut behandelt werden.

Aber: Frauen und Mädchen mit Behinderung erleben oft Gewalt.


Eine Mitarbeiterin von der Zeitschrift RP-Reha hat mit Rosa Schneider gesprochen.

Frage:

Wie leben Frauen mit Lernschwierigkeiten in Deutschland?

 

Rosa Schneider antwortet:

Schon seit ungefähr 30 Jahren untersuchen Forscherinnen das Leben von Frauen und Mädchen mit Behinderung.

Eine neue Untersuchung ist aus dem Jahr 2013.

Die Forscherinnen haben viele Frauen und Mädchen mit Behinderung gefragt:

  • Wie leben Sie?
  • Was sind Belastungen in Ihrem Leben?

Die Forscherinnen haben herausgefunden:

Frauen und Mädchen mit Behinderung erleben viel mehr Gewalt
als Frauen und Mädchen ohne Behinderung.

 

Die Forscherinnen haben einen Bericht geschrieben.

Im Bericht steht:

Frauen mit Behinderung erleben oft Gewalt.

Zum Beispiel:

  • Wenn sie Unterstützung von anderen Menschen brauchen.
  • Wenn die Frauen in einem Wohn·heim leben.

Die Frauen können sich nicht aussuchen,
mit wem sie zusammen wohnen.

Wasch·räume und Toiletten kann man oft nicht abschließen.

 

2015 haben viele Frauen mit Behinderung in Wohn·heimen gelebt.

Mehr als die Hälfte von diesen Frauen haben Lern·schwierigkeiten.

 

Viele Frauen arbeiten in Werkstätten.

Die Frauen haben dann wenig Kontakt zu anderen Menschen.

Die Frauen haben wenig Informationen.

Manche Frauen erleben Gewalt.

Sie sagen: Ich werde schlecht behandelt.

Sie wissen nicht: Wo finde ich Hilfe? Und Unterstützung?

 

Frage:

Und was muss besser werden?

 

Rosa Schneider antwortet:

Deutschland hat die Vereinbarung über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterschrieben.

Das ist gut.

Es gibt auch schon viele Untersuchungen über die Situation von Menschen mit Behinderung.

Das ist auch gut.

Jetzt weiß man, wie Frauen und Mädchen mit Behinderung leben.

Aber Deutschland muss noch mehr machen.

 

Deutschland braucht bessere Gesetze für die Wohn·heime.

In den Gesetzen muss stehen:

So können sich Frauen gegen Gewalt schützen.

Die Frauen müssen wissen:

Wo finde ich Hilfe und Unterstützung?

Manche Bundes·länder haben schon gute Gesetze zum Schutz von Frauen.

Aber noch nicht alle.

Die Wohn·heime müssen besser kontrolliert werden.

Deshalb soll es eine zentrale Heim·aufsicht geben.  

Die Menschen mit Behinderung sollen mit·entscheiden.

         Beispiel: Seit 2017 muss es Frauen·beauftragte in

         Werkstätten für behinderte Menschen geben.

Der Verein Weibernetz bildet Frauen·beauftragte aus.

 

Die Frauen·beauftragte kennt die Rechte der Frauen.

Und hilft den Frauen.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen

sollen Fortbildungen machen.

Sie sollen lernen:

So können wir Frauen und Mädchen mit Behinderung

vor Gewalt und Missbrauch schützen.

Das ist wichtig!

 

Frage:

Das Projekt frauen.stärken.frauen. will Frauen vor Gewalt schützen.

Wie kann man das erreichen?

 

Rosa Schneider antwortet:

Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt frauen.stärken.frauen.

Frauen mit Lern·schwierigkeiten machen eine Ausbildung.

Sie werden Trainerinnen für Selbst·behauptung und Selbst·verteidigung.

Als Trainerinnen sind sie ein sehr gutes Vorbild

für andere Frauen mit Lern·schwierigkeiten.

Das macht den Frauen Mut.

 

In dem Projekt arbeitet jede Frau mit Lern·schwierigkeiten zusammen

mit einer Frau ohne Lern·schwierigkeiten.

 

Frage:

Wie ist die Idee zum Projekt frauen.stärken.frauen. entstanden?

 

Rosa Schneider antwortet:

Die Idee war:

Frauen mit Behinderung müssen besser vor Gewalt geschützt werden.

Deshalb gibt es eine Ausbildung.

Die Ausbildung heißt WenDo.

         WenDo ist ein Selbst·verteidigungs-Training für Frauen und Mädchen.

         Die Frauen lernen:

         So kann ich mich vor Gewalt schützen.

         WenDo können alle Frauen lernen.

         Egal, ob sie jung oder alt sind.

         Egal, ob sie eine Behinderung haben oder nicht.

Deshalb haben schon viele Frauen und Mädchen mit Behinderung WenDo gelernt.

Sie werden selbst·bewusster.

Und sie können sich besser wehren.

 

Die neue Idee von frauen.stärken.frauen. ist:

Frauen mit Lern·schwierigkeiten werden selbst Trainerinnen.

Sie können anderen Frauen mit Lern·schwierigkeiten besonders gut zeigen:

So kannst Du Dich vor Gewalt schützen.

Die Frauen sind ein Vorbild für andere Frauen.

 

Frage:

Wer kann die Ausbildung machen?

 

Rosa Schneider antwortet:

Die Ausbildung ist für Frauen mit Lern·schwierigkeiten und

für Frauen ohne Lern·schwierigkeiten.

Einige Frauen mit Lern·schwierigkeiten haben sich schon angemeldet.

Sie haben verschiedene Berufe.

Manche arbeiten in Werkstätten für behinderte Menschen.

Die Frauen ohne Lern·schwierigkeiten haben auch verschiedene Berufe.

Manche arbeiten in Beratungs·stellen.

 

Frauen aus ganz Deutschland wollen gerne die Ausbildung machen.

Die Ausbildung ist in Köln.

Aber: Für viele Frauen ist die weite Anreise sehr schwierig.

Deshalb soll später die Ausbildung an vielen Orten möglich sein

 

Frage:

Was lernen die Frauen in der Ausbildung?

 

Rosa Schneider antwortet:

Die Frauen lernen Selbst·behauptung und Selbst·bestimmung.

Deshalb müssen die Frauen sich selbst sehr gut kennen lernen.

Sie lernen:

         Das kann ich gut.

         Das will ich.

         Das will ich nicht.

         So kann ich mich wehren.

         Mit Worten.

         Mit der Stimme.

         Mit dem Körper.

Man übt zusammen mit anderen Frauen.

 

Die Frauen lernen zusammen in einem Lern-Tandem.

Tandem bedeutet:

2 Personen lernen oder arbeiten zusammen.

Das heißt:

Jede Frau mit Lern·schwierigkeiten lernt zusammen

mit einer Frau ohne Lern·schwierigkeiten.

 

Die Ausbildung dauert insgesamt 2,5 Jahre.

 

Es gibt 3 Teile:

Im 1. Teil machen die Frauen Selbst·erfahrung.

Das heißt: Die Frauen lernen sich selbst gut kennen.

         Sie lernen: So kann ich mich wehren.

Im 2. Teil lernen die Frauen:

         So zeige ich anderen Frauen, wie sie sich wehren können.

Im 3. Teil lernen die Frauen:

         So arbeite ich als Trainerin.

 

Die Frauen bekommen Zeit zum allein Lernen.

Und zum gemeinsamen Lernen mit der Tandem-Partnerin.

 

Frage:

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

 

Rosa Schneider antwortet:

Nach der Ausbildung bieten die Frauen Kurse an

zur Selbst·behauptung und zur Selbst·verteidigung.

Zusammen mit der Tandem-Partnerin.

 

Die Frauen machen die Kurse zum Beispiel

  • an Förder·schulen.
  • Oder in Werkstätten für behinderte Menschen.
  • Oder in Wohn·heimen.
  • Oder zusammen mit Beratungs·stellen.

 

Die Kurse können 2 ganze Tage dauern.

Oder 1 Mal in der Woche stattfinden.

Dann dauert der Kurs mehrere Wochen.

 

Frage:

Wo gibt es mehr Informationen?

 

Rosa Schneider antwortet

Wir machen Informations·veranstaltungen.

Auf unserer Internet-Seite finden die Frauen noch mehr Informationen.

Es gibt Informationen in Leichter Sprache und in Alltags-Sprache:

Informationen zu frauen.stärken.frauen

Die Frauen können uns auch anrufen:

0231 / 1897109 (Anruf·beantworter)

Oder eine E-Mail schreiben:

info@zibb-beratung.de

 

Erklärungen für schwierige Wörter:

 

Projekt

Ein Projekt ist ein Vorhaben.

Jemand will ein bestimmtes Ziel erreichen und überlegt:

Was muss ich tun, damit ich das Ziel erreiche.

 

Selbst·behauptung

Selbst·behauptung ist:

Wenn man sich durchsetzen kann.

Man weiß, was für einen selbst wichtig ist.

Und man kann das sagen.

 

Selbst·verteidigung

Selbst·verteidigung ist:

Wenn man sich wehrt.

Zum Beispiel:

Wenn man angegriffen wird.

Egal, ob mit Worten oder mit Taten.

 

Trainerin

Eine Trainerin ist eine Lehrerin.

 

Links zu Texten in Leichter Sprache:

Unsere Rechte als Frauen in Leichter Sprache (PDF)


Dieser Text wurde übersetzt und geprüft vom:

Institut für Textoptimierung Halle (IFTO)

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Das Foto gehört Rosa Schneider.


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