DGAUM-Jahrestagung, 7.–9. März 2018, München: Symposium der DVfR

Arbeitsmedizin und Rehabilitation – Wege zur Teilhabe im Arbeitsleben, 8. März 2018, München

Dokumentation

Angesichts des demographischen Wandels und der Änderungsprozesse in der Arbeitswelt mit veränderten Anforderungen an Beschäftigte und Leitungskräfte erlangen Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine erhöhte Bedeutung für die Erhaltung der Arbeits-, Erwerbs- und Leistungsfähigkeit.

Ein gelingender "Return to Work" (RTW; englisch: Rückkehr ins Erwerbsleben) stellt eine enorme Ressource für Unternehmen dar und eröffnet zudem den Beschäftigten die Chance auf die Gestaltung einer dauerhaften und befriedigenden Arbeits- und Berufsbiographie.

Dazu notwendige Strategien der Rehabilitation sind u.a. durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und andere Gesetze erweitert worden; sie zielen sowohl auf das Individuum als auch auf die betrieblichen Kontextfaktoren und damit auf die Funktionsfähigkeit im Sinne der ICF.

Das Symposium hat aktuelle Beiträge zu folgenden Themengebieten zusammengetragen:

  • Aktuelle Handlungsfelder der Arbeitsmedizin und Rehabilitation,
  • Digitalisierung der Arbeitswelt als Herausforderung der Arbeitsmedizin,
  • Internationale Entwicklungen,
  • betriebliche Perspektiven.

Das Symposium richtete sich an ArbeitsmedizinerInnen, betriebliche Führungskräfte, VertreterInnen der Sozialdienste, der Rehabilitationsträger und andere AkteurInnen der betrieblichen Eingliederung und Gesundheitsförderung. Die gemeinsame Diskussion aktueller Perspektiven sollte die Zusammenarbeit der am Prozess "Return to Work" Beteiligten fördern und Handlungsoptionen auch durch die Inanspruchnahme von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben entwickeln.

Im Mittelpunkt der 58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) standen die Themen „Arbeiten im Alter“, „Arbeit im Gesundheitswesen“ und „Arbeit mit chronischen Erkrankungen“. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Vorträgen und Postern zu anderen relevanten Bereichen der Arbeitsmedizin.

Kurzübersicht DVfR-Symposium "Arbeitsmedizin und Rehabilitation – Wege zur Teilhabe im Arbeitsleben", 8. März 2018, München (PDF/169 KB)

Infoflyer zur DGAUM-Jahrestagung 2018 (PDF/490 KB)


Programm

Zu folgenden Themen wurden aktuelle Beiträge vorgestellt und diskutiert:

I. Aktuelle Handlungsfelder der Arbeitsmedizin und der Rehabilitation
(09.00 - 10.30 Uhr)

Moderation: Gudrun Wansing (Berlin)

  • Betje Schwarz (BAuA, Berlin): Rückkehr zur Arbeit nach einer psychischen Krise – Vernetzung von betrieblichen und klinischen Akteuren im Return to Work (RTW)-Prozess
  • Joanna Wiese (PH Heidelberg): Betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitsprävention in Werkstätten für behinderte Menschen 

II. Digitalisierung der Arbeitswelt als Herausforderung der Arbeitsmedizin
(10.45 - 13.00 Uhr)

Moderation: Katja Nebe (Halle)

  • Nico Dragano (Düsseldorf): Der Beitrag der Arbeitsmedizin zur Erfassung und Bewältigung der gesundheitlichen Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt
  • Wolfhard Kohte (Halle): Die Akteure des Arbeitssicherheitsrechts und die Digitalisierung der Arbeitswelt 
  • Matthias Schmidt-Ohlemann (Bad Kreuznach):  Teilhabeorientierte Begutachtung durch die Arbeitsmedizin – Anforderungen und Chancen 

III. Internationale Entwicklungen
(13.45 - 15.15 Uhr)

Moderation: Felix Welti (Kassel)

  • Markus Taddicken (BGW, VDiMa): Internationale Entwicklungen im disability management und ihre Bedeutung für die Eingliederung chronisch kranker Menschen in den Arbeitsmarkt 
  • Beatrix Redemann (Finnland): Die Rolle der Arbeitsmedizin im finnischen Arbeits-und Gesundheitssystem
  • Katja Nebe (Halle): Die UN-Behindertenrechtskonvention und die Entwicklung neuer präventiver Instrumente im Bundesteilhabegesetz (BTHG) am Beispiel des Budgets für Arbeit

IV. Betriebliche Perspektiven
(15.30 - 17.00 Uhr)

Moderation: Wolfhard Kohte (Halle)

  • Joachim Stork (Kassel): Praktische Erfahrungen der Arbeitsmedizin zur betrieblichen Arbeitsgestaltung 


Im Anschluss an die Fachveranstaltung wurden alle Interessierten dazu eingeladen, die Thematik zu "Strategien der beruflichen Rehabilitation" online zu vertiefen. Dazu wurde vom 13. März bis 13. April 2018 eine interaktive Online-Diskussion im moderierten Forum "Fragen - Meinungen - Antworten" (FMA) angeboten.


Publikationen

Tagungsbericht

Zu dieser Veranstaltung ist ein dreiteiliger Tagungsbericht veröffentlicht und abrufbar im Bereich "Fachbeiträge":

Bericht von der DGAUM-Jahrestagung 2018 – DVfR-Symposium: „Arbeitsmedizin und Rehabilitation – Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben“ – Teil I: Aktuelle Handlungsfelder der Arbeitsmedizin und der Rehabilitation (D21-2018)

Teil II: Digitalisierung der Arbeitswelt als Herausforderung der Arbeitsmedizin (D22-2018)

Teil III: Internationale Entwicklungen (D23-2018)

"Teilnahme am Arbeitsleben" in: ASU Zeitschrift für medizinische Prävention 06/2018

Schwerpunkt-Beiträge der Referentinnen und Referenten befassen sich mit den "Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt", der "Rolle der Arbeitsmedizin bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz", "Gesundheitsförderung in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen", "Arbeitsmedizin und Rehabilitation: Praktische Erfahrungen" sowie "Gesundheitliche Konsequenzen bei digitaler Arbeit". Öffentlich zugänglich ("open access") ist der Beitrag: Rückkehr zur Arbeit nach einer psychischen Krise.

Hier geht es zur Inhaltsübersicht ASU 06/2018.


Organisation des Symposiums

Veranstalter:

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) als Träger des Kooperationsprojekts "Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts"

Leitung:

Prof. Dr. iur. Wolfhard Kohte (Halle), Prof. Dr. iur. Katja Nebe (Halle), Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann (Bad Kreuznach)

Tagungsort:

Hörsaalgebäude Großhadern (Hörsaal 3)
81337 München


Die Veranstaltung wurde durchgeführt im Rahmen des Projekts "Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts" der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg, dem Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) und der Universität Kassel (Projektseite: monitoring.reha-recht.de).