Inklusion besonders vulnerabler Beschäftigungsgruppen
Interdisziplinäre Fachtagung am 21. Mai 2026 in Halle/Saale
Die Fachtagung der DVfR in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Zentrum für Sozialforschung Halle richtet den Fokus auf die Inklusion besonders vulnerabler Beschäftigungsgruppen. In Vorträgen und Workshops soll die Teilhabe am Arbeitsleben vor allem junger Menschen und Frauen mit Schwerbehinderung sowie schwerbehinderter Menschen mit Einwanderungsgeschichte oder besonderen Beeinträchtigungen vertiefend betrachtet werden. Neben der Sensibilisierung für die Bedarfe der besonders vulnerablen Gruppen soll die Tagung auch einen Austausch über Strategien ihrer Beschäftigungsförderung und -sicherung ermöglichen. Die wissenschaftliche Leitung der Veranstaltung liegt bei Prof. Dr. iur. Katja Nebe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Prof. Dr. iur. Dörte Busch (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin/Zentrum für Sozialforschung Halle e. V.).
Die parallelen Foren bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit zum fachlichen Austausch zu folgenden Themen:
- Praktika und Ausbildung für junge Menschen mit Schwerbehinderung
- Beratung zur Teilhabe am Arbeitsleben an der Schnittstelle Migration, Flucht und Behinderung
- Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen
Die Foren sind als partizipatives Format ausgerichtet, sodass Erfahrungen aus der Betroffenensicht bzw. der Selbsthilfe einfließen können. Eine Podiumsdiskussion zu den Perspektiven für die Inklusion besonders vulnerabler Gruppen in der Arbeitswelt wird u. a. die Ergebnisse der vorangegangenen Foren zusammenführen und einen Ausblick zum Thema geben.
Die Fachtagung ist Teil des Projekts „Mit Vielfalt zum inklusiven Arbeitsmarkt – Aufgaben für das Reha- und Teilhaberecht“ (VinkA), das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird.
Programm
Begrüßung und Einführungsvorträge
08.30
Anmeldung / Ankommen der Teilnehmenden
09.00
Begrüßung und Einführung
09.10
Vulnerable Beschäftigungsgruppen – wie diversitätssensibel ist der Rechtsrahmen?
Prof. Dr. Katja Nebe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, MLU)
09.40
Digitalisierung als betriebliche Gestaltungsaufgabe für Inklusion und die Schwerbehindertenvertretung als Impulsgeberin
Prof. Dr. Dörte Busch (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, HWR Berlin/Zentrum für Sozialforschung Halle, ZSH)
10.10
Diskussion zu den vorangegangenen Vorträgen
10.30
Pause
11.00
Strukturen, Haltung, Unterstützung: Gelingensbedingungen für die berufliche Teilhabe psychisch beeinträchtigter Menschen
JProf. Dr. Lena Hünefeld (Technische Universität Dortmund, TU Dortmund)
11.30
Vielfalt in der Arbeitswelt aus Sicht der Unfallversicherung
Tobias Belz (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
12.00
Diskussion zu den vorangegangenen Vorträgen
12.20
Vorstellung der Foren
12.35
Mittagspause
Parallele Foren
13.30
Forum 1 – Praktika und Ausbildung für junge Menschen mit Schwerbehinderung
Moderation: Prof. Dr. Dörte Busch (HWR Berlin/ZSH) und Susanne Winge (ZSH)
Mit Inputs von:
- Prof. Dr. Wolfhard Kohte (ZSH)
- Thomas Ketzmerick (ZSH)
- Kai Bodendorf (ZSH)
- Bundesagentur für Arbeit, Halle/Saale (angefragt)
Forum 2 – Beratung zur Teilhabe am Arbeitsleben an der Schnittstelle Migration, Flucht und Behinderung
Moderation: Prof. Dr. Gudrun Wansing (Humboldt-Universität zu Berlin, HU Berlin)
Mit Inputs von:
- Gabriel Samper (MINA-Leben in Vielfalt e.V., Projekt NAMI – Neue Arbeit, Mehr Inklusion)
- Ulrike Peters (HU Berlin)
- Dr. Tonia Rambausek-Haß (HU Berlin)
- N.N. (Organisation)
Forum 3 – Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen
Moderation: Prof. Dr. Katja Nebe und Berit Dose (MLU)
Mit Inputs von:
- Vanessa Specht (MLU)
- Katja Kermiser (Fachärztin für Kinder-/Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Halle)
- Stefanie Heyer (AWO RPK Sachsen-Anhalt, Halle)
15.00
Kaffeepause
Ergebnisse der Foren und Podiumsdiskussion
15.30
Perspektiven für die Inklusion besonders vulnerabler Gruppen in der Arbeitswelt
Auf dem Podium:
- Prof. Dr. Dörte Busch (HWR Berlin/ZSH)
- JProf. Dr. Lena Hünefeld (TU Dortmund)
- Prof. Dr. Gudrun Wansing (HU Berlin)
- Prof. Dr. Felix Welti (Universität Kassel)
- N.N. (Organisation)
Abschluss
16.30
Verabschiedung
Prof. Dr. Katja Nebe (MLU)
16.45
Ende der Veranstaltung
Beschreibung der Foren
Forum 1 – Praktika und Ausbildung für junge Menschen mit Schwerbehinderung
Moderation: Prof. Dr. Dörte Busch (HWR Berlin/ZSH) und Susanne Winge (ZSH)
Praktika sind für junge Menschen oft der erste Kontakt mit der Arbeitswelt und Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung sowie spätere Beschäftigung. Diese Einstiegsphase bedarf deshalb besonderer Aufmerksamkeit aller Akteure ebenso wie die inklusive Gestaltung von Ausbildung und Übergängen. Betriebliche Praxisregelungen in Inklusionsvereinbarungen, die wir ausgewertet haben, werden wir vorstellen und mit Ergebnissen aus einer Betriebsbefragung verbinden. Wir möchten diskutieren, welche Regelungen und Maßnahmen sich in der Praxis bewähren und wie die Teilhabe von jungen Menschen mit (Schwer-)Behinderung gefördert werden kann. Unser Forum soll konkrete Anregungen für Ihren Betrieb oder Ihre Dienststelle bieten.
Forum 2 – Beratung zur Teilhabe am Arbeitsleben an der Schnittstelle Migration, Flucht und Behinderung
Moderation: Prof. Dr. Gudrun Wansing (HU Berlin)
In diesem Workshop geht es um Erfahrungen in der Beratung zur Teilhabe am Arbeitsleben an der Schnittstelle Migration, Flucht und Behinderung. Bei welchen arbeitsbezogenen Themen suchen eingewanderte und geflüchtete Menschen mit Beeinträchtigung Rat und Unterstützung? Welche Barrieren und Ressourcen nehmen sie im Zugang zum Arbeitsmarkt und dem System der beruflichen Rehabilitation wahr? Wo gibt es noch Leerstellen bezüglich der spezifischen Beratungs- und Informationsbedarfe der Zielgruppe? Aus Perspektive der Beratenden und Unterstützenden berichtet Gabriel Samper aus seinem Projekt. Ulrike Peters präsentiert erste Ergebnisse aus der qualitativen Studie zum Zugang zu Arbeit von Menschen mit Behinderungserfahrungen und Einwanderungs-geschichte. Dr. Tonia Rambausek-Haß gibt einen ersten Einblick in Ergebnisse der Sekundäranalyse des Teilhabesurveys zur Nutzung von Beratungsangeboten sowie zu Erfahrungen im Kontakt mit Behörden und bei der Jobsuche.
Forum 3 – Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen
Moderation: Prof. Dr. Katja Nebe und Berit Dose (MLU)
Auf Basis von § 11 SGB IX hat das BMAS mit dem Bundesprogramm "rehapro" beginnend ab 2019 Modellprojekte gefördert, um mit innovativen Leistungen und organisatorischen Maßnahmen gesundheitlich beeinträchtigte Menschen besser in Erwerbsarbeit halten und den Zugang in die Erwerbsminderungsrente und die Eingliederungshilfe nachhaltig senken zu können (siehe auch: https://www.modellvorhaben-rehapro.de). Im Workshop werden Ergebnisse aus diesen rehapro-Modellprojekten vorgestellt, vor allem für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Anschließend kommen zwei Praktikerinnen zu Wort. Zunächst wird aus der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Versorgungspraxis über Chancen und Risiken (verpasster) Prävention für in ihrer psychischen Gesundheit gefährdete Kinder- und Jugendliche berichtet. Anschließend hebt die Leiterin einer Einrichtung zur Rehabilitation psychisch Kranker (PRK) den besonderen Stellenwert kombinierter Rehabilitationsleistungen hervor und zeigt zugleich Innovationspotenzial auf.
Organisatorische Hinweise
Teilnahmegebühr
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Buchung bis einschließlich 1. Mai 2026 |
95 € |
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Buchung nach dem 1. Mai 2026 |
105 € |
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Teilnehmende mit Einzelmitgliedschaft |
85 € |
| Studierende | 45 € |
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Weitere Ermäßigungen auf Anfrage möglich. |
Anmeldung
Die Teilnehmerzahl der Veranstaltung ist begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Über den folgenden Link können Sie sich bis zum 13. Mai 2026 anmelden:
Bitte beachten Sie, dass eine Stornierung Ihrer Anmeldung nur bis zum 5. Mai 2026 möglich ist. Bei einer Stornierung nach diesem Zeitpunkt ist die halbe Teilnahmegebühr fällig. Eine Ummeldung auf eine andere Person ist bis zum Veranstaltungsbeginn möglich.
Barrierefreiheit
Die Tagung kann barrierefrei durchgeführt werden:
Bitte melden Sie Bedarf an einer Übersetzung in Gebärdensprache an
bis zum 30. April 2026, 12 Uhr.
Bitte melden Sie Bedarf an einer Schriftdolmetschung an
bis zum 13. Mai 2026, 12 Uhr.
Beachten Sie bitte, dass angemeldete besondere Bedarfe nach Verstreichen der jeweiligen Frist nicht mehr gewährleistet werden können!
Fortbildungspunkte
Die Veranstaltung ist zur Fortbildung gemäß § 15 Fachanwaltsordnung geeignet. Die Entscheidung über die Anerkennung erfolgt nach Vorlage der Teilnahmebescheinigung durch die jeweils zuständige regionale Rechtsanwaltskammer.
Veranstaltungsort
MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH
Mansfelder Straße 56
06108 Halle / Saale
Anreisehinweise
Bitte nutzen Sie die Anfahrtshinweise unter folgendem Link:
Anfahrt zum MMZ
Veranstalter-Kontakt
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26, 69123 Heidelberg
Tel: 06221/187 901-0, Fax: 06221/166 009
E-Mail: sekretariat@dvfr.de